Ärzteschaft lehnt reinen Preiswettbewerb zwischen Krankenhäusern ab

Dresden: Der 18. Sächsische Ärztetag lehnt die vom Bundesministerium für Gesundheit verfolgte Strategie des puren Preiswettbewerbs unter den Krankenhäusern unter dem falschen Leitbild einer möglichst billigen Massenproduktion gesundheitlicher Dienstleistungen mit entpersonalisierten Prozessabläufen ab. "Die Krankenhausplanungsbefugnisse der Bundesländer dürfen nicht zugunsten der Krankenkassen auf eine Rahmenplanung mit Schwerpunkt Notfallversorgung reduziert werden", so Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

Die sächsische Ärzteschaft unterstützt nachdrücklich die Beschlüsse des 111. Deutschen Ärztetages, die Krankenhausfinanzierung im Interesse einer flächendeckenden und qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung auf eine solide, zukunftsfähige Grundlage zu stellen und ärztliche Bündnisse auf nationaler und regionaler Ebene gegen die unzureichende Krankenhausfinanzierung.

Zur Wahrung ärztlicher Interessen im Hinblick auf den umfassenden und vielschichtigen Prozess zur Ausgestaltung des ordnungspolitischen Rahmens einer zukünftigen Krankenhausversorgung sei eine wiederholte Positionierung der deutschen Ärzteschaft zu den "Eckpunkten für den ordnungspolitischen Rahmen der Krankenhausfinanzierung ab dem Jahr 2009" des Bundesministeriums für Gesundheit dringend geboten. "Die Kerntätigkeit der Behandlung und Betreuung von Patienten hat einen professionellen, kommunikativen und sozialen Charakter. Sie ist nicht "automatisierbar" und nur begrenzt rationalisierbar", so Prof. Schulze.

Aus Sicht der Ärzteschaft müsse auch die Wahlfreiheit der Patienten bei der Auswahl eines Krankenhauses erhalten bleiben - nicht nur "grundsätzlich". Die rabattinduzierte Umlenkung der Patientenströme führe vor allem zur Benachteiligung von Patienten im ländlichen Raum. Selektive Verträge der Krankenkassen seien kein geeignetes Instrument, eine flächendeckende, wohnortnahe Versorgung mit stationären Leistungen für alle Patienten sicherzustellen. Zudem bestehe die Gefahr, dass die Therapiefreiheit des Arztes durch die Schematisierung von Behandlungsabläufen in Einkaufs- und Rabattierungsmodellen weiter eingeschränkt wird.

Bei den Überlegungen um eine duale oder monistische Finanzierung der Krankenhäuser müsse auch die unangemessene Budgetierung der Krankenhäuser beendet und die Investitionskraft der Häuser gestärkt werden. Zur nachhaltigen wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser sei die Investitionsförderung nach § 9 Absatz 5 KHG so zu gestalten, dass sie die notwendigen Investitionskosten der Krankenhäuser trägt. Die Krankenhausplanungskompetenz der Bundesländer müsse beibehalten werden.

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 160.

Seitenfunktionen

Partner

Mein Konto

Schnelleinstieg

Aktuelle Meldungen

Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte