Sächsische Ärzte fordern bessere Finanzierung der KrankenhäuserPatienten benötigen auch in Zukunft wohnortnahe Versorgung

Dresden, 8.11.2008: Die sächsischen Ärzte haben auf ihrer 39. Kammerversammlung heute in Dresden die Gesundheitspolitiker in Bund und Ländern aufgefordert, mit einer soliden Finanzierung der Personal-, Sach- und Weiterbildungskosten für die Krankenhäuser Planungssicherheit für eine weiterhin qualitativ hochwertige stationäre wohnortnahe Versorgung zu gewährleisten. Das geplante Krankenhausfinanzierungsreformgesetz müsse diese Forderung berücksichtigen.

In der Begründung hieß es, dass die Reaktion der verantwortlichen Politiker auf die Demonstration von 130 000 Angestellten der deutschen Krankenhäuser bisher ungenügend war. Die im September vom Bundeskabinett beschlossene Ablösung der Deckelung der Krankenhausfinanzierung durch die Grundlohnsummenentwicklung über eine ominöse Neuorientierung auf "Kassenlage" schaffe kein Vertrauen. Die hohe Qualität der medizinischen Versorgung sei nicht auf eine ausreichende Vergütung zurückzuführen, sondern nur auf das Engagement der Mitarbeiter über die Belastungsgrenze hinaus.

"Die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern sind durch immer mehr Aufgaben für immer weniger Beschäftigte im ärztlichen und pflegerischen Bereich kaum noch zumutbar", so Dr. Eberhard Huschke, Vorsitzender des Ausschusses Krankenhaus der Sächsischen Landesärztekammer. Neben der finanziellen Unterversorgung sowohl der Refinanzierung der laufenden Kosten als auch der Investitionsfinanzierung drohe auch ein personelles Ausbluten der Krankenhäuser im ärztlichen und pflegerischen Bereich. Rund 300 ärztliche Stellen sind derzeit in sächsischen Krankenhäusern unbesetzt.

Die Kerntätigkeit der Behandlung und Betreuung von Patienten hat einen handwerklichen, kommunikativen und sozialen Charakter. Sie ist nicht 'automatisierbar' und nur begrenzt rationalisierbar! Viele Mitarbeiter fühlen sich dabei vor allem im Konflikt zwischen ethischer Verantwortung in medizinischer Unabhängigkeit einerseits und ökonomischer und dienstrechtlicher Anforderung andererseits.

Die 39. Kammerversammlung forderte insbesondere:

  • eine volle Refinanzierung der Tarifsteigerungen,
  • einen Ausgleich für Energie- und Sachkosten,
  • die volle Finanzierung der geplanten zusätzlichen Pflegestellen,
  • eine Refinanzierung der ärztlichen Aus- und Weiterbildung,
  • den Abbau des Investitionsstaus sowie
  • die adäquate Vergütung der (stationären) Notfallversorgung durch ihre Berücksichtigung imG-DRG-Vergütungssystem.

Weitere Informationen unter 0351 8267160.

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