130. Deutscher Ärztetag: Sicher online - Ärztetag drängt auf besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen

Der 130. Deutsche Ärztetag spricht sich angesichts zunehmender Risiken durch soziale Medien für eine deutlich strengere Regulierung digitaler Plattformen zum Schutz von Minderjährigen aus. Die Ärzteschaft fordert ein Verbot der Nutzung sozialer Medien für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 16 Jahren.

Zugleich sollen Plattformbetreiber stärker in die Pflicht genommen werden, junge Nutzerinnen und Nutzer wirksam vor suchtfördernden Algorithmen, schädlichen Inhalten, Cybermobbing und Grooming zu schützen.

„Digitale Medien sind fester Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen. Neben erheblichen Bildungs-, Kommunikations- und Teilhabechancen zeigen sich zunehmend gesundheitliche Risiken durch exzessive, dysfunktionale oder suchtartige Nutzung sozialer Medien, digitaler Spiele, von Streaming-Angeboten und weiterer digitaler Plattformen“, heißt es in dem Beschluss. Übermäßiger Medienkonsum könne sich unter anderem negativ auf Sprachentwicklung, Aufmerksamkeit, Schlaf, motorische Entwicklung sowie die soziale und emotionale Reifung auswirken.

Die Abgeordneten betonen, dass strengere Regeln nicht auf den Ausschluss junger Menschen von digitaler Teilhabe und Bildung abzielen. Vielmehr gehe es darum, gemeinsam mit Eltern und Bildungseinrichtungen eine altersgerechte und verantwortungsvolle Nutzung digitaler Angebote zu fördern.

Der Ärztetag fordert den Gesetzgeber zudem auf, Prävention, Früherkennung und Behandlung problematischer Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen strukturell zu stärken.