Täuschend echt wirkende Inhalte mit irreführenden Gesundheitsinformationen in Sozialen Medien und ihre algorithmisch verstärkte Verbreitung stellen die medizinische Kommunikation vor neue Herausforderungen. Darüber möchte die Bundesärztekammer (BÄK) mit dem neuen Papier „Fake News und Deepfakes – ein Fokuspapier der Bundesärztekammer“(öffnet in neuem Fenster) aufklären.
Werden falsche oder irreführende Informationen gezielt mit Täuschungsabsicht verbreitet, spricht man von Desinformation („Fake News“). Eine besonders problematische Form sind Deepfakes: KI-generierte oder manipulierte Bild-, Ton- und Videoinhalte, die täuschend echt wirken. Solche Inhalte können die Patientensicherheit gefährden, die Reputation von Ärztinnen und Ärzten schädigen und das Vertrauen in die medizinische Kommunikation untergraben.
„Wenn falsche Gesundheitsinformationen täuschend echt aufbereitet und millionenfach verbreitet werden, kann das konkrete Folgen für Patientinnen und Patienten haben. Ärztinnen und Ärzte müssen solche Inhalte erkennen und ihnen fundiert begegnen können. Zugleich dürfen wir die Verantwortung nicht allein den Betroffenen überlassen: Auch die Plattformbetreibenden müssen dafür sorgen, dass ihre Angebote nicht zur Verbreitung gefährlicher Gesundheitsdesinformation beitragen“, betont Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.
Mit dem nun veröffentlichten Fokuspapier ergänzt die Bundesärztekammer ihre Handreichung für Ärztinnen und Ärzte in sozialen Medien(öffnet in neuem Fenster) und zeigt auf, wie Ärztinnen und Ärzte der Verbreitung falscher Gesundheitsinformationen vorbeugen, verdächtige Inhalte erkennen und darauf reagieren können.
„Das Papier empfiehlt Ärztinnen und Ärzten, die eigene Qualifikation transparent darzustellen, Quellen kritisch zu prüfen und verdächtige Inhalte zu dokumentieren bzw. bei den Plattformen zu melden. Ärztinnen und Ärzte sollten mögliche Hinweise auf manipulierte Inhalte kennen, zugleich aber berücksichtigen, dass Deepfakes zunehmend schwer zu erkennen sind“, sagt PD Dr. Peter Bobbert, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer und Präsident der Ärztekammer Berlin. „Das Fokuspapier unterstreicht außerdem die Bedeutung der Medien- und Gesundheitskompetenz. Ärztinnen und Ärzte können Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, digitale Gesundheitsinformationen kritisch zu prüfen und evidenzbasierte Angebote zu nutzen. Dazu gehört auch, Fragen und Sorgen ernst zu nehmen und fragwürdige Inhalte im persönlichen Gespräch empathisch und nachvollziehbar einzuordnen“, betont Erik Bodendieck, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer und Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. Bobbert und Bodendieck sitzen dem BÄK-Ausschuss „Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung“ vor.
Neue technische Verfahren zur Kennzeichnung verlässlicher Gesundheitsinformationen und zur automatischen Erkennung irreführender Inhalte können dazu beitragen, Fake News schneller zu identifizieren. Entscheidend bleibt, die Medien- und Gesundheitskompetenz zu stärken und Ärztinnen und Ärzte im Umgang mit manipulierten Inhalten zu unterstützen.