Dass Ärzte mit Kunst leben und sie sammeln, ist eine alte Tradition. Auch, dass bildende Künstler sich mit Krankheit, Leiden und Tod auseinandersetzen, ist bekannt. Doch in der kommenden Ausstellung der Sächsischen Landesärztekammer sind es die sächsischen Ärztinnen und Ärzte selbst, die ihre künstlerischen Werke der Öffentlichkeit präsentieren.
Jeweils zwei Werke von 18 Ärztinnen und Ärzten stehen für die intensive, eher intervallmäßige oder sporadische Beschäftigung mit Stift und Pinsel. „Glücklich, wer neben den Anforderungen des Arztberufes sowie trotz der Verlockungen bewegter Bilder selbst schöpferisch tätig ist! Das innere Abrücken vom Alltag, die Versenkung in den Moment des Zeichnens oder Malens, das Betreten einer eigenen Welt, in der eigene ästhetische Gesetze herrschen, sind der Lohn. Zudem kann dadurch ein Gleichgewicht hergestellt werden zwischen ärztlicher Fürsorge für Andere einerseits sowie andererseits einer Tätigkeit für sich selbst, um gleichsam auf dem Papier oder der Leinwand der eigenen Handschrift zu begegnen.“, betont die Kuratorin der Ausstellung, Dr. phil. Anke Fröhlich-Schauseil. „Kunst als Mittel der Selbstverständigung, als Methode, sich die eigene Weltsicht klarzumachen und sich selbst auf diese Weise konkret und intensiv zu empfinden – dies trifft auch auf die Urheber dieser Ausstellung zu.“ Die eigenhändige Kunstausübung, die Fertigstellung von vorzeigbaren Werken könne man als einen Akt stillen Widerstandes verstehen: Gegen das Tempo im Berufsalltag wie gegen die Konsumierung von Fluten kostenlos erreichbarer Bilder, so die Kuratorin.
Die Ausstellung bildet eine Vielfalt von Handschriften ab, die von den Persönlichkeiten ihrer Schöpferinnen und Schöpfer zeugen. Neben traditionellen Gattungen der bildenden Kunst wie Landschaften, Stadtansichten, Bildnisse und Stillleben gehören auch die Stilmittel abstrakter und nichtgegenständlicher Malerei. Es ist ein Querschnitt der künstlerischen Tätigkeit von Ärztinnen und Ärzten, die durch die Ausstellung womöglich sogar neu beflügelt werden wird.
Medizin trifft Kunst, Teil 1:
- 23. Januar bis 10. April 2026, montags bis donnerstags 9.00 bis 18.00 Uhr, freitags 9.00 bis 16.00 Uhr,
Vernissage:
- 22. Januar 2026, 19.30 Uhr