Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, ist im Rahmen des 36. Sächsischen Ärztetages auf die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen eingegangen.
Im Mittelpunkt stand seine deutliche Kritik an der geplanten Gesundheitsreform des Bundes. Das finanzpolitische Vorgehen der Bundesregierung bezeichnet Bodendieck als „Affront“, da versicherungsfremde Leistungen weiterhin nicht ausreichend durch den Bund getragen würden. Die geplante Absenkung des Bundeszuschusses verschärfe die Lage der gesetzlichen Krankenversicherung zusätzlich. Er erwartet eine verlässliche, transparente Finanzierung sowie einen Ausgleich bei Einnahmen und Ausgaben.
Zugleich mahnte er einen Neustart des Reformprozesses an. Insbesondere bei der Krankenhausreform und der Vergütungssystematik seien praxisnahe und tragfähige Lösungen notwendig.
Vom Präsidenten Bodendieck kritisch bewertet wurden zudem Pläne zur Ausweitung von Kompetenzen bei Apothekern, da ärztliche Kernaufgaben betroffen seien. Und bei der Notfallreform würde er zwar Fortschritte in der Patientensteuerung sehen, gleichzeitig bestünden offene Fragen zur Finanzierung und Umsetzung.
Auch die geplante Pflegereform schätzt der Präsident als zu unkonkret und finanziell ungeklärt ein. Grundsätzlich brauche es strukturelle Reformen, eine stärkere Prävention sowie eine bessere Verzahnung der Versorgungsbereiche statt pure Rotstiftpolitik zulasten der Versicherten.