Die sächsischen Ärztinnen und Ärzte stellen auf dem 36. Sächsischen Ärztetag fest, dass sexualisierte Diskriminierung und Machtmissbrauch im ärztlichen Arbeitsumfeld weiter bestehen. Nachdem das Thema bereits im Mai ein Schwerpunkt des Deutschen Ärztetages in Hannover war, fordert Sachsens Ärzteschaft Schutzkonzepte und eine breite Sensibilisierung aller Mitarbeitenden im Gesundheitswesen.
Die Ärzteschaft und alle weiteren Führungskräfte im Gesundheitswesen tragen bereits heute die gemeinsame Verantwortung, ein Arbeitsumfeld zu schaffen und zu erhalten, das von Respekt, Wertschätzung und Professionalität geprägt ist. Sexualisierte Diskriminierung, Belästigung und Machtmissbrauch stünden hierzu in grundsätzlichem Widerspruch, so die Delegierten.
Auch wenn Kampagnen wie „#Esgehtunsan“ der Universität Leipzig oder „Wir setzen Grenzen!“ der TU Dresden beispielhaft zeigten, wie Sensibilisierung, Prävention und Unterstützung von Betroffenen erfolgreich umgesetzt werden, brauche es „regelmäßige Fortbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende zu sexualisierter Belästigung sowie weiteren Diskriminierungsformen“ betonen die Mandatsträger. Wichtig seien aber auch Schutzkonzepte mit transparenten Verfahrenswegen, angemessene Konsequenzen bei bestätigten Verstößen sowie externe und unabhängige Meldestellen.
Für die Ärztinnen und Ärzte der Kammerversammlung spielt die Sächsische Landesärztekammer dabei eine besondere Rolle. Sie könne als wichtigstes Organ der ärztlichen Selbstverwaltung im Freistaat Sachsen durch eine „klare Positionierung und Vorreiterrolle den ethischen Kompass des Gesundheitswesens ausrichten und ein wichtiges Signal für einen längst überfälligen Kulturwandel geben.“.