Arztzahlen in Sachsen: Anzahl der Ärztinnen und Ärzte in eigener Praxis geht weiter zurück - Zugang zusätzlicher Mediziner schwächt sich ab

28.276 Ärztinnen und Ärzte (31.12.2025) leben aktuell in Sachsen. Davon sind derzeit 20.386 Ärztinnen und Ärzte berufstätig, 206 mehr als im Jahr zuvor. 11.645 davon arbeiten im stationären (+199) und 7.688 im ambulanten Bereich (+52). Die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte in Behörden liegt bei 355 (-7).

Angestellt statt Einzelpraxis

Vor zehn Jahren gab es in Sachsen noch 5.375 Ärzte in eigener Praxis. Mit 4.763 niedergelassenen Ärzten im letzten Jahr hat sich diese Summe um rund 11,5 Prozent verringert. Im gleichen Zeitraum hat sich jedoch die Zahl der angestellten Ärztinnen und Ärzte in Praxen und MVZ mehr als verdoppelt und ist von 1.292 auf 2.925 angestiegen.

Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer: „Die hohen Zahlen bei den angestellten Ärzten spiegeln einen seit Jahren erkennbaren Trend wider. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der Wunsch nach plan- und überschaubarer Arbeitszeit ist für junge Kolleginnen und Kollegen wichtig. Das kann ich einerseits gut nachvollziehen. Andererseits mache ich mir Sorgen wegen der schwierigen Nachbesetzung freiwerdender Praxen im ländlichen Raum. Der Arztberuf ist eine Berufung und kein Handwerk. Damit einher geht ein hohes Engagement für die Patienten über die normale Arbeitszeit hinaus. Dies muss auch den Medizinstudierenden immer bewusst sein.“

Verhältnis Ärztinnen und Ärzte

Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen liegt aktuell bei 11.119 (+85). Ihr Anteil an allen berufstätigen Ärzten steigt auf rund 54,5 Prozent. Die Anzahl berufstätiger Ärzte erhöhte sich um 121 auf 9.267. In leitender Position im Krankenhaus arbeiten 739 Medizinerinnen und Mediziner. Der Anteil der Ärztinnen stieg dort im Vergleich zu 2024 von 19,8 auf jetzt 21 Prozent.

Ausländische Ärztinnen und Ärzte

4.040 (+554) berufstätige ausländische Ärztinnen und Ärzte aus 130 Nationen sind derzeit bei der Sächsischen Landesärztekammer (siehe Tabelle) gemeldet. Die meisten ausländischen Ärztinnen und Ärzte stammen aus Syrien (768), der Tschechischen Republik (376), aus Polen (292), der Ukraine (235), der Slowakei (230), der Russischen Föderation (221), Rumänien (196), Belarus (106) und Bulgarien (106).

3.241 ausländische Ärzte arbeiten im stationären, 675 im ambulanten Bereich und 124 in anderen Einrichtungen. Der Anteil der ausländischen an allen berufstätigen Ärztinnen und Ärzten in Sachsen beträgt 19,8 Prozent.

Erik Bodendieck: „Die Zuwanderung ausländischer Ärzte nach Sachsen hält weiter an. Das dient unseren Patienten im Freistaat, denn viele Ärztinnen und Ärzte gehen in den Ruhestand und medizinische Einrichtungen könnten ohne die Unterstützung durch ausländische Ärztinnen und Ärzte die Versorgung nicht gewährleisten. Allerdings sollten wir uns nicht darauf verlassen, denn so mancher Kollege oder Kollegin wird irgendwann in das Heimatland zurückkehren, um dort beim Aufbau der medizinischen Versorgung zu helfen. Unsere Probleme müssen wir deshalb selbst lösen.“

Eine Übersicht nach Ländern finden Sie in der Anlage zur Pressemitteilung (*.pdf, 537.87 KB) .

Die aktuellen Zahlen grafisch aufgearbeitet sehen Sie hier: