Universitäten sollen Medizinische Versorgungsforschung stärken

Der 15. Sächsische Ärztetag fordert die Medizinischen Fakultäten im Freistaat Sachsen ausdrücklich auf, der Versorgungsforschung ein noch größeres Gewicht als in der Vergangenheit beizumessen und entsprechende Forschungsaktivitäten zu unterstützen bzw. zu initiieren.

Ärztliche Versorgungsforschung ist dringend notwendig, um der Politik zukünftig auf der Grundlage wissenschaftlicher Daten beratend zur Seite stehen zu können. Dr. Windau, Vizepräsident der Sächsischen Landesärztekammer, dazu in seinem Statement: "Aus berufspolitischer Sicht ist die Versorgungsforschung eines der wichtigsten, leider bisher grob vernachlässigten Instrumente zur zielgesteuerten Ausgestaltung des Gesundheitswesens. Neben der gut entwickelten Grundlagen- und klinischen Forschung in Deutschland fristet die wissenschaftliche Untersuchung der ärztlichen Versorgung unter Alltagsbedingungen zu Unrecht ein Schattendasein".

Der 15. Sächsische Ärztetag hat sich auf Antrag von Prof. Dr. med. Michael Laniado, Vertreter der Universität Dresden in der Kammerversammlung, dafür ausgesprochen, die Versorgungsforschung bei den Universitäten anzusiedeln, weil dort die Instrumente und Methoden vorgehalten werden. In eine Erforschung der Versorgungsabläufe selbst sind unbedingt die ärztlichen Praxen einzubeziehen, weil dort die meisten Patienten behandelt werden.

Die Gesundheitspolitik unterwirft das Gesundheitswesen fortlaufend grundlegenden strukturellen Änderungen. Die wesentlichen Akteure im Mittelpunkt des Gesundheitswesens - nämlich die Ärztinnen und Ärzte - werden zu den geplanten Änderungen immer weniger gefragt und "par ordre de mufti", also nicht auf fachlicher Grundlage sondern Kraft Autorität, mit der Ausführung beauftragt. "Unser Rat kommt häufig nicht mehr an, wird offensichtlich von politischer Seite nicht immer als zeitgemäß empfunden oder sogar wegen angeblichem Lobbyismus abgelehnt", so Dr. Windau. "Stattdessen sind zunehmend nichtärztliche Institutionen oder Personen als Politikberater gefragt, die oft sehr sach- und fachfremd, vordergründig ökonomisch intendiert, rein ärztlich-medizinische Strukturen und Prozesse ungeprüft denaturieren".

Versorgungsforschung ist für die Ärzteschaft deshalb von grundsätzlicher strategischer Bedeutung, um Steuerungsprozesse solide vorzubereiten und vom passiven Reagieren zum aktiven Agieren hin zu gelangen.

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 350.

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