Bundesregierung plant Änderung der Approbationsordnung

03.11.2011

Mit dem Ziel, eine flächendeckende bedarfsgerechte und wohnortnahe medizinische Versorgung sicher zu stellen, hat das Bundesgesundheitsministerium einen Entwurf zur Reform der Approbationsordnung vorgelegt. Im Kern haben die Änderungsvorschläge zwei Schwerpunkte. Zum einen sieht der aktuelle Entwurf eine bessere Organisation des Medizinstudiums vor, um den ärztlichen Nachwuchs stärker zu fördern. Zum anderen setzt man auf Stärkung der Allgemeinmedizin in der ärztlichen Ausbildung.
 

Die Abschaffung des sogenannten "Hammer-Examens" bildet eine zentrale Strategie, um den Studienablauf zu verbessern. Der schriftliche Teil des Zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung wird wieder vor das Praktische Jahr (PJ) gelegt und die angehenden Ärzte haben so die Möglichkeit, sich während des Praktischen Jahres ganz auf die klinisch-praktische Tätigkeit zu konzentrieren. Zusätzlich soll die Attraktivität der ärztlichen Ausbildung durch eine flexiblere Gestaltung des Praktischen Jahrs erhöht werden. Dieses könnte so künftig auch außerhalb der Universitätsklinik der Heimatuniversität und der ihr zugeordneten Lehrkrankenhäusern an anderen geeigneten Krankenhäusern absolviert werden. Zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Studium wird den Studierenden die Möglichkeit eingeräumt, das Praktische Jahr in Teilzeitform durchzuführen.
 

Dem zunehmenden Mangel an Hausärzten gerade in den ländlichen Regionen begegnet der Verordnungsentwurf mit Änderungsvorschlägen zur Stärkung der Allgemeinmedizin. Vorgesehen ist, die Dauer für das Blockpraktikum in der Allgemeinmedizin auf zwei statt bisher einer Woche verbindlich vorzuschreiben. Für das Wahltertial im Praktischen Jahr wird die Vorgabe aufgenommen, dass zunächst für 10% der Studierenden ein PJ-Platz in der Allgemeinmedizin vorzuhalten ist. Nach einer Übergangsfrist ist diese Quote auf 20% anzuheben.
 

Die Änderung der Approbationsordnung soll parallel zum Versorgungsstrukturgesetz erfolgen. Mit den Neuregelungen wäre so bereits zum Beginn des nächsten Jahres zu rechnen. Widerstand gegen das Vorhaben kommt vom Deutsche Hochschulmedizin e.V. Dieser befürchtet vor allem Qualitätseinbußen in der ärztlichen Ausbildung.

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