Befragung zeigt: Arbeit der niedergelassenen Ärzte genießt große Wertschätzung

22.11.2011

Befragungen belegen hohe Zufriedenheit der Versicherten mit niedergelassenen Ärzten und großen Informationsbedarf
 

Die Zufriedenheit der Versicherten mit der Wartezeit auf einen Termin hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Rund die Hälfte wird sofort behandelt oder war in Praxen ohne Terminvergabe. Von den Übrigen fanden über Dreiviertel die Wartezeit nicht zu lang. Allerdings gibt es Fälle, in denen Patienten eindeutig zu lange warten müssen. Dies hat eine Befragung der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der KBV ergeben. Für die aktuelle Untersuchung befragte das Unternehmen im September 2011 telefonisch insgesamt 2.048 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Deutsch sprechende Wohnbevölkerung im Alter zwischen 18 und 79 Jahren.
 

Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist, dass Deutschlands Ärzte in der Bevölkerung nicht nur sehr viel Vertrauen genießen, sondern von den Patienten auch als sehr fachkompetent wahrgenommen werden. Praktisch unverändert zu 2010 sprechen insgesamt 91 Prozent (2010: 92 Prozent) aller Befragten von einem guten bis sehr guten Vertrauensverhältnis zu dem Arzt, den sie in den letzten zwölf Monaten zuletzt besucht haben. Auch die fachlichen Fähigkeiten beurteilen - exakt wie im Vorjahr - 92 Prozent der Befragten positiv.
 

Internetportale zur Arztbewertung haben nur für zehn Prozent der Versicherten eine Bedeutung. Von diesen fanden allerdings mehr als die Hälfte, nämlich 55 Prozent, die Portale nicht hilfreich.
 

Die Versichertenbefragung hat auch gezeigt, dass viele Versicherte den Austausch wirkstoffgleicher Präparate nicht richtig finden (44 Prozent) und das zu Verunsicherung führt.
 

Kritisch wird jedoch der Trend bei Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) bewertet, der im Vergleich zur vorherigen Befragung deutlich wird. Der Anteil der Versicherten, die vom Arzt eine IGeL angeboten bekommen haben, ist leicht gestiegen: von 22 Prozent im Jahr 2008 auf 24 Prozent. Vor allem aber fanden mehr Versicherte die Bedenkzeit, um ein solches Angebot anzunehmen, nicht ausreichend: Ihr Anteil stieg von 15 auf 19 Prozent.
 

In einer zweiten von der KBV in Auftrag gegebenen Studie hat die Medizinische Hochschule Hannover Meinungen und Vorstellungen der Patienten über die Gesundheitsversorgung qualitativ untersucht. Dafür befragten die Autoren in sechs Gruppendiskussionen 44 Bürgerinnen und Bürgern mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund. Viele der Teilnehmer forderten mehr Aufklärung über IGeL. Für die zusätzlichen Kosten machen die meisten die Kassen verantwortlich. Außerdem forderten mehrere Teilnehmer den Abbau von Bürokratie - einerseits für die Versicherten, andererseits für die Ärzte. Insgesamt fühlten sich die Befragten zu wenig über die Versorgung informiert.
 

Detaillierte Ergebnisberichte zur KBV-Versichertenbefragung 2011 und Informationen zur Studie der Medizinischen Hochschule Hannover sind im Internet zu finden:

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