Von Obsessionen und Entgrenzungen

Lesung und Gespräch in der Reihe „Diagnosen – Literatur und Medizin“

06.01.2015

Einen literarischen Abend über den menschlichen Körper als unsere Hülle und unser Gedächtnis mit den Autorinnen Saskia Hennig von Lange, geboren 1976, lebt in Frankfurt a. M., und Anna-Elisabeth Mayer, geboren 1977, lebt in Wien, können Sie am 22. Januar 2015 im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden erleben.

 

Während sich die aktuelle Sonderausstellung „Blicke! Körper! Sensationen!" damit beschäftigt, wie wir künstlerische Abbildungen des menschlichen Körpers betrachten, thematisieren die Schriftstellerinnen Saskia Hennig von Lange und Anna-Elisabeth Mayer in ihren Büchern den Körper als verletzliche Hülle des Individuums und als intuitives Gedächtnis unserer Existenz.

 

Bild Saskia Hennig von Lange

Saskia Hennig von Lange

In Saskia Hennig von Langes Debütnovelle „Alles, was draußen ist" (2013) hat sich der todkranke Erzähler in ein Anatomiemuseum zurückgezogen. Dort schreibt er seine philosophischen Gedanken beim Betrachten der Exponate nieder: Embryonen und Abgüsse weiblicher Geschlechtsorgane, die Totenmaske von Robespierre, Innenohre oder Wachsabdrücke des eigenen Körpers, die er Tag für Tag angefertigt hat. Angesichts seiner Ohnmacht vor dem nahenden eigenen Tod sucht der verschrobene Protagonist der Novelle Antworten auf die existentiellen Fragen des menschlichen Daseins.

 

Bild Anna-Elisabeth Mayer

Anna-Elisabeth Mayer

Anna-Elisabeth Mayers Roman „Die Hunde von Montpellier" (2014) erzählt die dramatische Geschichte der historischen Figur des Guillaume Rondelet. Der Arzt und Anatom lehrte im 16. Jahrhundert an der berühmten Universität von Montpellier das medizinische Wissen durch das Sezieren von Leichen. Besessen davon zu begreifen, wie der menschliche Körper wirklich funktioniert, bricht er gesellschaftliche Tabus. Am Ende wird er zum Objekt einer skandalösen Anschuldigung und gerät in der eigenen Familie in einen fundamentalen Gewissenskonflikt.

 

Moderation: Prof. (em.) Dr. Thomas Anz, Phillips-Universität Marburg, Institut für Neuere deutsche Literatur

 

Kooperationsveranstaltung der Sächsischen Landesärztekammer und des Deutschen Hygiene-Museums.

 

22. Januar 2015, Donnerstag, 20.00 Uhr

Deutsches Hygiene-Museum

Lingnerplatz 1, 01069 Dresden

Internet: www.dhmd.de

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