Dresdner Ärzte gestalten „aktive Mittagspause” - Sächsische Landesärztekammer bekundet Solidarität

19.10.2005

Dresden, 19.10.05: Öffentliche Demonstrationen und Kundgebungen der Ärzteschaft sind nach Ansicht des Vorstandes der Sächsischen Landesärztekammer eine logische Folge der Arbeitsüberlastung und des Vergütungsgefälles zwischen West - und Ostdeutschland.

 

Eine entscheidende Rolle spielt die aktuelle Tarifpolitik für die berufsständischen Aktivitäten in der Landeshauptstadt. Die Sächsische Landesärztekammer sieht in dem Protest das Ventil für einen langjährigen Prozess von Unzufriedenheit, Gehaltsverlusten und Bürokratie in nahezu allen Versorgungsbereichen. Hinzu kommen kurze Arbeitsverträge ohne Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Auch die ständige öffentliche Diffamierung der Ärzte von Politikern und so genannten Regierungsberatern senke Stück für Stück die Frustrationsschwelle und untergrabe die Motivation. Die Folgen davon baden nicht nur die Ärzte aus, sondern sie gehen auch zu Lasten der Patienten, weil sich immer mehr Kollegen durch Abwanderung auf attraktivere Arbeitsplätze im Ausland oder in der Industrie dem eigentlichen Versorgungssystem in Klinik und Praxis entziehen. Zu den berechtigten Hauptforderungen sächsischer Ärzte gehören unter anderem eine bessere Grundvergütung, die Bezahlung von Überstunden sowie geregelte Arbeitszeiten, die ihren Niederschlag in angemessenen Arbeitsverträgen finden müssen. Der Vorstand der Sächsischen Landesärztekammer ist überzeugt, dass nur Arbeitsbedingungen, die die erbrachten Leistungen im Dienste für den Patienten gebührend würdigen, dann auch eine humane medizinische Versorgung garantieren. Dieses in der Öffentlichkeit mit Nachdruck deutlich zu machen sei Sinn und Zweck der "aktiven Mittagspause" von Medizinern der Uniklinik Dresden.

 

Die Sächsische Landesärztekammer bekundet ihre uneingeschränkte Solidarität mit den Ärzten der Uniklinik und wirbt dafür, die Anliegen der Ärzteschaft zu einem gesamtgesellschaftlichen zu machen.

 

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 160.

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