Tarifvertrag: Chance für Ärzte im Osten vertan Nachverhandlungen zwingend notwendig

21.06.2006

Dresden: Dass nun doch ein arztspezifischer Tarifvertrag zwischen dem Marburger Bund und der Tarifgemeinschaft der Länder abgeschlossen werden konnte, ist den konsequent streikenden Kollegen in den Kliniken, auch der jungen Ärzte der Unikliniken Leipzig und Dresden, zu verdanken.

 

"Dennoch sind die Ärzte in Ostdeutschland nicht ganz so erfreut über den ausgehandelten Vertrag zwischen der Tarifgemeinschaft der Länder und dem Marburger Bund. Denn die auf lange Sicht einmalige Chance einer Ost-West-Angleichung der ärztlichen Tarife wurde verpasst", so Prof. Dr. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

 

Die Vergütungsunterschiede liegen zwischen 400 und 800 EUR im Monat. Das entspricht bei einer 42 Stunden Woche 88 Prozent des Westgehaltes. Und ostdeutsche Ärzte liegen damit unter den 92,5 Prozent des öffentlichen Dienstes der neuen Bundesländer. Prof. Schulze: "Wir fordern deshalb Nachverhandlungen und keine eins zu eins Übernahme des Vertrages für die kommunalen Krankenhäuser in Sachsen".

 

Auch eine Strukturverbesserung für Berufsanfänger konnte nicht durchgesetzt werden. Damit werden wir weiter junge Ärzte verlieren. "Der Ärztemangel in Sachsen wird uns weiter beschäftigen und unsere Maßnahmen ins Leere laufen lassen. Zu "verdanken" haben wir dass auch unserem sächsischen Finanzminister Horst Metz, der sich nach Angaben der Verhandlungspartner vehement gegen eine Anhebung der ärztlichen Vergütung gewehrt hat. Welchen Schluss ziehen unsere jungen Ärzte daraus? Wohl diesen: Ihre Arbeit wird hier nicht ausreichend bewertet und so der Abwanderungstrend verstärkt" , so Prof. Schulze.

 

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 160.

Seitenfunktionen

Partner

Mein Konto

Schnelleinstieg

Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte