Kassenärztliche Vereinigung: Über 500 offene Arztstellen in Sachsen?

14.01.2010

Quelle: Agenturmeldung von ddp
 

Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) befürchtet in den nächsten Jahren eine Verschärfung des Ärztemangels im Freistaat. "Mit Sicherheit werden mehr Ärzte aufhören als neue Mediziner anfangen", sagte Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KVS. In den nächsten fünf Jahren werde sich das Problem der mangelnden Arztversorgung dadurch noch verschärfen. Besonders werde es an Hausärzten, Augen- und Kinderärzten fehlen.
 

Während aktuelle Zahlen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 357 unbesetzte Arztsitze im Freistaat vermelden, liegt die tatsächliche Zahl nach Auskunft von Heckemann deutlich höher. "Im Moment wird der demografische Faktor in die Bedarfsplanung nicht eingerechnet", erklärt der Verbandschef. Dadurch werde die Altersstruktur der Bevölkerung und die daher veränderte Nachfrage nach bestimmen Fachärzten in die Planungen nicht einbezogen. Bei einer Bedarfsplanung mit demografischer Berücksichtigung gebe es mehr als 500 offene Stellen in Sachsen.
 

Zu große Eingriffe der Politik in die Arbeit der Kassenärztlichen Vereinigung und der Krankenkassen sieht Heckemann kritisch. Diese seien "meistens schädlich", da es sich um "Entscheidungen über den grünen Tisch" handele. Stattdessen fordert der KVS-Chef gegen den Ärztemangel "weniger zentrales bundesweites Eingreifen" und mehr "Freiheit für Kassen und Ärzte auf Länderebene".
 

Weitere Probleme sieht Heckemann in der Arbeitseinstellung des medizinischen Nachwuchses. "Eine Mehrzahl der Studienabgänger möchte nicht mehr freiberuflich arbeiten", sagt der Verbandschef. Die Bereitschaft, als niedergelassener Arzt mehr zu tun als in einer angestellten Tätigkeit, sinke immer mehr. "Die Priorität ist heute, ich will wenig arbeiten und nehme dafür auch weniger Gehalt in Kauf."

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