Ausbau der Prävention unter Beteiligung der Ärzte

27.05.2010

"Wir Ärzte wollen unseren Beitrag leisten zu einer Strategie für Prävention. Bewegungsmangel, Fehlernährung und Alltagsdrogen erfordern konkrete medizinisch sinnvolle Interventionskonzepte. Die von der Bundesregierung angekündigte neue Präventionsstrategie muss deshalb mehr Möglichkeiten eröffnen, Gesundheitsberatung, Früherkennung und Prävention von Krankheiten als originär ärztliche Aufgabe zu fördern", sagte Rudolf Henke, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK) und Vorsitzender des Ausschusses "Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation" der BÄK auf der 3. Präventionstagung der Bundesärztekammer. Vorhandene Früherkennungsuntersuchungen müssten weiter entwickelt werden. Notwendig sei auch eine angemessene Bezahlung präventiver Beratungsleistungen.

 

Wie auf der Veranstaltung deutlich wurde, liegen für die ärztliche Beratung etwa bei Bewegungsmangel, Fehlernährung sowie Suchtmittelkonsum bereits erprobte Praxismodelle vor. Dazu gehört das sogenannte "Rezept für Bewegung" als ein Instrument in der ärztlichen Prävention, welches z.B. bereits seit 2001 in Sachsen verfügbar ist. Mit dem "Rezept" empfiehlt der Arzt die Teilnahme an einem vorbeugenden gesundheitsorientierten Bewegungsangebot im Sportverein. Insbesondere wird die Teilnahme an solchen Bewegungsangeboten empfohlen, die mit dem gemeinsamen Qualitätssiegel von BÄK und Deutschem Olympischen Sportbund "SPORT PRO GESUNDHEIT" ausgezeichnet sind und von Übungsgruppenleitern vorgenommen werden, die eine Qualifikation für spezifische Indikationsgebiete besitzen.

 

Auch bei der ernährungsmedizinischen Beratung, einem weiteren Schwerpunktthema der Tagung, nehmen Ärzten eine Schlüsselstellung ein. So ist Ernährung fester Bestandteil bei der Behandlung schwerer konsumierender Erkrankungen, also bei Leiden mit krankheitsbedingtem, ungewolltem Gewichtsverlust und Kräfteverfall. Die dazu erforderlichen präventiven, therapeutischen, rehabilitativen wie auch organisatorischen Kompetenzen können Ärzte mit der curricularen Fortbildung Ernährungsmedizin erwerben.

 

Zur Qualifikation von Ärzten für die Behandlung von Tabakabhängigkeit hat die Bundesärztekammer ein 20-stündiges Curriculum als blended-learning Angebot entwickelt, das sich aus Präsenzveranstaltungen und einem 8-stündigen Onlinekurs zusammensetzt. In Sachsen wird das Thema Tabakentwöhnung im Rahmen des Kurses Suchtmedizinische Grundversorgung vermittelt.

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