Urteil zur Präimplantationsdiagnostik

08.07.2010

Dresden: Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, begrüßt die Entscheidung des Bundesgerichtshofs zu Gentests an Embryonen: "Das Urteil schafft endlich Rechtssicherheit für Ärzte und Eltern. Der Widerspruch zwischen erlaubter vorgeburtlicher Diagnostik und der Präimplantationsdiagnostik ist damit aufgehoben."

 

Der Bundesgerichtshof hatte diese Woche in einem Urteil entschieden, dass die Untersuchung von Embryonen nach künstlicher Befruchtung auf Erbkrankheiten, die sogenannte Präimplantationsdiagnostik, nicht gegen das Embryonenschutzgesetz verstößt. Das Urteil setzt dem Missbrauch gleichzeitig klare Grenzen für genetische Untersuchungen: Das Verfahren darf nur dann angewendet werden, wenn es um das Erkennen besonders schwerer Erbkrankheiten geht. Eine Auswahl nach Geschlecht oder Augen- und Haarfarbe ist damit konsequenterweise ausgeschlossen.

 

"Die Präimplantationsdiagnostik ist eine große Hilfe für Eltern, die von Erbkrankheiten betroffen sind. Sie darf jedoch nicht für die Produktion des "Wunsch-Kindes" missbraucht werden. Das hat das Gericht in seinem Urteil auch noch einmal deutlich zum Ausdruck gebracht. Nun muss der Gesetzgeber das Embryonenschutzgesetz verändern. Denn in seiner aktuellen Form entspricht es nicht mehr dem modernen Forschungsstand."

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