Informationen für Ärzte im Ruhestand

20.12.2010

"Der Ruhestand bedeutet kein Stehenbleiben, sondern ein ruhiges Weitergehen."
Dr. phil. Ernst Reinhardt, Schweizer Publizist

 

  • Mitgliedschaft

    Gemäß § 2 Abs. 1 des Sächsischen Heilberufekammergesetzes gehören Ärztinnen und Ärzte, die im Besitz einer ärztlichen Approbation oder einer ärztlichen Berufserlaubnis sind, der Sächsischen Landesärztekammer als Pflichtmitglieder an, wenn sie im Freistaat Sachsen ärztlich tätig sind oder, soweit sie nicht ärztlich tätig sind, im Freistaat Sachsen ihre Hauptwohnung haben. Für die Mitgliedschaft bei der Sächsischen Landesärztekammer hat der Eintritt in den Ruhestand keine Auswirkungen, wenn sich der Hauptwohnsitz auch weiterhin in Sachsen befindet. Jedwede Veränderungen der Meldedaten müssen jedoch zeitnah an die Sächsische Landesärztekammer übermittelt werden.

    Gemäß § 2 der Hauptsatzung richtet sich die Mitgliedschaft in einer Kreisärztekammer nach dem Ort der Berufsausübung oder - falls der Beruf nicht ausgeübt wird - nach dem Ort der Hauptwohnung. Eine Übersicht über die Kreisärztekammern finden Sie im Internet unter www.slaek.de. Bei Fragen zu regionalen Kammeraktivitäten stehen die Vorsitzenden der Kreisärztekammern gern zur Verfügung.
     

  • Kammerbeitrag

    Mit dem Eintritt in den Ruhestand entfällt grundsätzlich die Beitragspflicht zum Kammerbeitrag, sofern etwaige Einkünfte aus gelegentlicher ärztlicher Tätigkeit einen Betrag von 5.000,00 EUR im Beitragsjahr nicht überschreiten. Werden Einkünfte aus gelegentlicher ärztlicher Tätigkeit über 5.000,00 EUR bis maximal 15.000,00 EUR erzielt, wäre ein Kammerbeitrag in Höhe der Beitragsstufe 2 zu entrichten (derzeit 25,00 EUR/Jahr). Bei Einkünften über 15.000,00 EUR im Beitragsjahr erfolgt die Bemessung des Kammerbeitrages, unabhängig vom Bezug einer Altersrente, nach den Einkünften aus ärztlicher Tätigkeit des vorletzten Jahres vor dem Beitragsjahr.

    Eine anteilige Festsetzung des Kammerbeitrages nach vollen Monaten bei Eintritt in den Ruhestand während des Beitragsjahres erfolgt nur auf formlosen Antrag.
     

  • Weiterbildungsbefugnis

    Der Eintritt in den Ruhestand hat auch Auswirkungen auf eine eventuell bestehende Weiterbildungsbefugnis. Nach § 7 Abs. 2 der Weiterbildungsordnung der Sächsischen Landesärztekammer erlischt die Weiterbildungsbefugnis mit dem Zeitpunkt, in dem der Weiterbilder seine Tätigkeit an der Weiterbildungsstätte beendet.
     

  • Arztausweis

    Die Sächsische Landesärztekammer stellt für Ihre Mitglieder auf Antrag (bitte diesem zwei aktuelle Passbilder beilegen) Arztausweise aus. Allen Kammermitgliedern, auch Ärzten im Ruhestand, wird die Beibehaltung bzw. die Beantragung eines solchen Arztausweises aus folgenden Gründen empfohlen:

    • Der Arztausweis legitimiert den Inhaber als Arzt. Dies kann bei einer eventuellen Hilfeleistung, z. B. im Rahmen einer Konsultation, bei Erstversorgungsmaßnahmen nach einem Unfall oder ähnlichen Begebenheiten von Bedeutung sein.
    • Der Ausweis dient gegenüber Apothekern dazu, sich als Arzt auszuweisen und dokumentiert somit die Berechtigung, ärztliche Verordnungen (Rezepte) auszustellen.

    Der Arztausweis wird in der Regel für die Dauer von fünf Jahren ausgestellt. Für Ärzte im Ruhestand entfällt die sonst übliche Gebühr für die Ausstellung. Nach Ablauf der Gültigkeit ist eine zweimalige gebührenfreie Verlängerung der Gültigkeit für die Dauer von je fünf Jahren möglich.
     

  • Berufshaftpflichtversicherung

    In aller Regel endet der Versicherungsschutz aus einer bestehenden Berufhaftpflichtversicherung bei einem Ausscheiden aus dem Beruf. Es ist jedoch wichtig, dass Ärzte sowohl für etwaige Nachforderungen aus dem ärztlichen Berufsleben als auch bei zukünftigen gelegentlichen ärztlichen Tätigkeiten, etwa im Rahmen von Erste-Hilfe-Leistungen, über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen. Eine Beratung hierzu sollte von einem Versicherungsfachmann erfolgen.
     

  • Sächsische Ärzteversorgung/Gesetzliche Rentenversicherung

    Bei Fragen zu rentenrechtlichen Ansprüchen können sich Ärzte an die Ansprechpartner bei der Sächsischen Ärzteversorgung (Telefon 0351 8267 250) bzw. der Deutschen Rentenversicherung Bund wenden.
     

  • Angebote für Senioren

    Die Sächsische Landesärztekammer veranstaltet einmal jährlich ein sächsisches Seniorentreffen. Aus allen Kreiskammerbereichen treffen sich ehemalige Kolleginnen und Kollegen zu verschiedenen Terminen an einem Ort. Dazu erfolgen regelmäßige persönliche Einladungen sowie Berichte im Ärzteblatt Sachsen. Darüber hinaus stehen alle regionalen Angebote der Kreisärztekammern offen. Zugleich besteht die Möglichkeit für Ärzte im Ruhestand zur aktiven Mitarbeit in der zuständigen Kreiskammer. Die Organisation der Angebote, aber auch die Planung selbst erfordern viel Zeit und Aufwand. Ein Engagement im Kollegenkreis einer Kreisärztekammer ist willkommen! Eine Übersicht über die Kreisärztekammern finden Sie im Internet unter www.slaek.de. Bei Fragen zu regionalen Kammeraktivitäten stehen die Vorsitzenden der Kreisärztekammern gern zur Verfügung.
     

  • Ehrenamtliche Tätigkeit

    Sächsische Landesärztekammer

    Als Selbstverwaltung der sächsischen Ärzteschaft unterhält die Sächsische Landesärztekammer zahlreiche Ausschüsse, (Fach-)Kommissionen und Arbeitsgruppen, welche die Kammerversammlung und den Vorstand aufgabenbezogen fachlich beraten und unterstützen. Die Mitglieder dieser Gremien sind ehrenamtlich tätig und werden in der Regel für die jeweilige Wahlperiode der Kammerversammlung gewählt bzw. berufen. Eine Übersicht über die Aufgaben und Inhalte dieser Gremienarbeit sind auf der Homepage (www.slaek.de) oder im jährlich in der Juni-Ausgabe des Ärzteblatt Sachsen erscheinenden Tätigkeitsbericht zu finden.

    Der Ausschuss Senioren, der bei jedweden Fragen rund um das Thema "Ärztliche Senioren" berät und unterstützt, ist über die Vorsitzende des Ausschusses, Frau Dr. Ute Göbel, unter der E-Mail-Adresse GoebelUte@t-online.de erreichbar.

    Besteht grundsätzliches Interesse an einer Mitarbeit in einer der ehrenamtlichen Einrichtungen der Sächsischen Landesärztekammer, dann kann dies dem Präsidenten übermittelt werden.

    Öffentlicher Gesundheitsdienst

    Ärztlicher Sachverstand nach einem langen Berufsleben kann und sollte in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung durchaus weiter genutzt werden. Die Sächsische Landesärztekammer hat in Abstimmung mit allen regionalen Gesundheitsämtern sowie dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz hierzu Rahmenbedingungen definiert. Denkbar sind ärztliche Honorartätigkeiten in einem Gesundheitsamt, z. B. im Rahmen von Impfkampagnen, Schuluntersuchungen, aber auch Gutachter- und Vortragstätigkeiten im öffentlichen Bereich, wie z. B. an Schulen, und vieles andere mehr. Während dieser Tätigkeit besteht eine Unfall-, als auch Haftpflichtversicherung. Honorare sind mit dem Gesundheitsamt abzusprechen. Die Gesundheitsämter einschließlich der Ansprechpartner stehen im Internet unter www.gesunde.sachsen.de unter dem Punkt Gesundheitswesen/Öffentlicher Gesundheitsdienst/Gesundheitsämter.

    Schulen

    Auch berufsbildende Schulen des Gesundheitswesens greifen beim Fachunterricht gern auf das Wissen von Ärzten im Ruhestand zurück. Das Arbeitsverhältnis wird über einen Honorarvertrag begründet. Eine Übersicht über die Bildungseinrichtungen in den Regionen stehen im Internet unter www.sachsen-macht-schule.de unter dem Punkt Bildung/Schule und Ausbildung/Berufsbildende Schulen.

    Sportgruppen

    Ärztliche Betreuung wird auch für die über 300 Herzsportgruppen im Freistaat Sachsen gesucht. So sollen chronisch herzkranke Patienten während der Übungsstunden ärztlich begleitet und betreut werden. Sowohl für diese Betreuung als auch für die extrem seltenen Notfälle in den Herzsportgruppen erhalten Interessierte selbstverständlich vom LVS PR (Landesverband Sachsen für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e. V.) eine praxisorientierte qualifizierte Ausbildung. Kontakt mit dem LVS PR per E-Mail gs@lvs-pr.de oder Telefon 03591 270958.

 

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