Nachruf Professor Dr. med. habil. Winfried Klug

27. April 1934 - 28. Januar 2013

29.01.2013

Durch einen tragischen Unfall wurde der Vorsitzende des Redaktionskollegiums des „Ärzteblatt Sachsen", Prof. Dr. med. habil. Winfried Klug, am 28. Januar 2013 mitten aus seinem Leben gerissen. Mit ihm hat die Sächsische Landesärztekammer und die sächsische Ärzteschaft einen engagierten, zuverlässigen und kompetenten Menschen, Arzt und Lehrer verloren. Sein Handeln war stets von Empathie und hohen moralischen wie ethischen Grundsätzen geprägt.

Prof. Dr. med. habil. Winfried Klug studierte Medizin von 1952 bis 1957 an den Universitäten Greifswald und Leipzig und promovierte 1958 an der damaligen Karl-Marx-Universität in Leipzig. Seine Facharztweiterbildung absolvierte er anschließend an der Chirurgischen Klinik Dresden-Friedrichstadt unter dem Direktor Prof. Dr. med. Hans-Dieter Schumann. Von 1966 bis 1975 leitete er die Chirurgische Abteilung des Katholischen Krankenhauses St. Joseph-Stift in Dresden. Von 1976 bis 1980 war er in der Chirurgischen Abteilung der Poliklinik Dresden-Neustadt tätig. Von 1981 bis 1992 arbeitete Professor Klug zunächst als leitender Oberarzt und nach seiner Habilitation (1985) an der Zentralen Hochschulpoliklinik der Medizinischen Akademie seit 1992 als apl. Professor.

Nach dem Ausscheiden von Herrn Prof. Dr. habil. Hans-Georg Knoch wurde er 1992 zum Leitenden Arzt der Abteilung Chirurgie der Zentralen Hochschulpoliklinik Dresden berufen. Prof. Dr. Klug ist als engagierter, unermüdlicher und erfolgreicher Chirurg weit über die Grenzen der Stadt Dresden und als beispielhaft engagierter „Doktorvater" bei seinen Studenten noch heute bekannt. Unter seiner Leitung wurden eine Vielzahl von jungen Ärzten zum Dr. med. promoviert. Die Studentenausbildung zu fähigen Medizinern lag ihm stets am Herzen. Seine poliklinisch-chirurgischen Vorlesungen, Kurse und Seminare wurden von Studenten gern besucht. Sein Organisationstalent, die Führung seiner Mitarbeiter, die ärztliche Zuwendung zum Patienten und nicht zuletzt sein chirurgisches Können waren beispielhaft.

Gern stellte er sich neuen Herausforderungen und blieb neuen Ideen gegenüber immer in höchstem Maße aufgeschlossen. Es verwundert deshalb nicht, dass Prof. Dr. Klug 1999 auf Bitten des Vorstandes der Sächsischen Landesärztekammer sofort einem „Berufswechsel" zum Journalisten zustimmte. Am 1. Februar 1999 berief der ehemalige Präsident, Prof. Dr. med. habil. Heinz Diettrich, auf Beschluss des Vorstandes Herrn Prof. Dr. Klug zum Vorsitzenden des Redaktionskollegiums des „Ärzteblatt Sachsen". Neben seiner Tätigkeit als Sachverständiger bei Berufsgenossenschaften, Gerichten und Schlichtungsstellen stellte er einen Großteil seiner Freizeit der monatlichen Ausgabe des Ärzteblattes zur Verfügung.

Hoch geschätzt war Prof. Klug zudem auch als Universalprüfer der Sächsischen Landesärztekammer. Er hat in dieser Eigenschaft über viele Jahre zahlreichen jungen Ärzten die Facharztprüfung abgenommen.

Fachliche Kompetenz, Sorgfalt, Pflichtbewusstsein, nie ermüdender Fleiß und berufspolitisches Gespür für die Sache der sächsischen Ärzte veranlassten 2006 den Vorstand der Sächsischen Landesärztekammer, Herrn Prof. Dr. med. habil. Winfried Klug die „Hermann-Eberhard-Friedrich-Richter-Medaille" zu verleihen.

Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie, seinen Kindern und Enkeln.


Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze
Präsident
Vorstand und Redaktionskollegium „Ärzteblatt Sachsen"

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