Organspendezahlen stabilisieren sich auf niedrigerem Niveau

12.11.2013

Nach dem Rückgang der Organspendezahlen im zweiten Halbjahr 2012 zeichnet sich im weiteren Verlauf dieses Jahres wieder eine stabilere Entwicklung ab, auch wenn die Ergebnisse der einzelnen Quartale auf einem weitaus niedrigeren Niveau liegen als in den Jahren zuvor. Dies teilt die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) auf ihrem 9. Jahreskongress in Berlin mit.

 

Von Januar bis Oktober 2013 konnten bundesweit 754 Organspenden realisiert werden, im Jahr 2012 waren es in diesem Zeitraum noch 892. Dies entspricht einem Rückgang von -15,5 Prozent. Die Zahl der gespendeten Organe sank in den ersten zehn Monaten weniger stark (-11,8 Prozent) von 3.001 in 2012 auf 2.647 in diesem Jahr. Dieses Ergebnis ist von Bedeutung, da jedes einzelne Spenderorgan das Leben eines Patienten auf der Warteliste retten kann.

 

Die Realisierung von Organspenden hängt von vielen und sehr unterschiedlichen Faktoren ab. So unterliegen die Ergebnisse einzelner Quartale und Regionen immer wieder Schwankungen. Vergleichsweise dramatisch zeigt sich hingegen der tiefe Einschnitt, den die Organspende im Jahr 2012 erfahren musste. Die bekannt gewordenen Manipulationen an Daten von Wartelistenpatienten haben das gesamte System der Organspende und Transplantation beschädigt und zu einem erheblichen Vertrauensverlust geführt. Und dies, obwohl die Organspende in ihrer Wertigkeit unberührt geblieben ist. Nach wie vor kann jedes Spenderorgan das Leben eines schwerkranken Patienten retten.

 

Bereits kurze Zeit nach dem Bekanntwerden der Manipulationen wurden umfassende Maßnahmen ergriffen, die für Aufklärung und mehr Kontrollen sorgen. Ebenso wurde die Einführung einer strikten Qualitätssicherung auf den Weg gebracht. Die DSO sieht in diesen Veränderungen eine große Chance für die Transplantationsmedizin, mögliche Fehlentwicklungen zu korrigieren und wo nötig auch eine gesellschaftliche Diskussion zu ethischen Fragen der Verteilungsgerechtigkeit anzustoßen. Eine kontinuierliche Aufklärung und Transparenz soll dem derzeitigen Rückgang der Spendermeldungen in den Krankenhäusern und den vermehrten Ablehnungen von Seiten der Angehörigen entgegen gewirkt werden.

 

Positiv bewertet die DSO, dass immer mehr Organspendeausweise als Entscheidungsgrundlage für die Organspende dienen. Bei dem Anteil der Zustimmungen gibt es ein deutliches Wachstum der schriftlichen Willensbekundung von 7,3 Prozent in 2010 auf 14,3 Prozent bis Oktober 2013.

 

Ob und zu welchem Zeitpunkt sich eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung der Organspendezahlen abzeichnen wird, bleibt laut DSO abzuwarten. Nach einer aktuellen Hochrechnung für das gesamte Jahr würde sich der bundesweite Rückgang der postmortalen Organspende demnach bei -13,5 Prozent einpendeln.

Seitenfunktionen

Partner

  • Bundesärztekammer
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  • Gesundheitsinformationen Sachsen
Mein Konto

Schnelleinstieg

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte