Umfrage zur Delegation ärztlicher Leistungen

Hartmannbund veröffentlicht Ergebnisse

13.05.2014

Hohe Aufgeschlossenheit in klaren Grenzen - so lässt sich das Ergebnis einer Hartmannbund-Umfrage zu den Themen Delegation zusammenfassen. Die Ergebnisse zeigen in der differenzierten Analyse signifikante Unterschiede zwischen den Altersgruppen und der aktuellen Beschäftigungssituation. Im Kern: Je jünger, desto aufgeschlossener. Dabei stehen angestellte Ärzte nicht nur der Delegation, sondern auch der Substitution offener gegenüber als ihre niedergelassenen Kollegen, und auch in den neuen Bundesländern kann eine größere Offenheit verzeichnet werden.

 

Für alle Befragten gilt allerdings: Es gibt klare Grenzen bei der Bereitschaft, ärztliche Leistungen zu delegieren oder diese anderen Berufsgruppen zu überlassen. So bejahten 56 Prozent der befragten Ärzte die Frage, ob sie grundsätzlich eine Übertragung ärztlicher Leistungen durch Delegation befürworten. Nur ein Fünftel lehnte dies ab, ein weiteres Fünftel zeigte sich unentschlossen. Bei den Jüngeren liegt der Anteil der Befürworter mit 71 Prozent deutlich höher. Die Mehrheit der Befragten erhofft sich davon vor allem eine stärkere Konzentration auf die originär ärztlichen Tätigkeiten sowie eine Reduzierung der chronischen Überlastung im Arbeitsalltag. Klare Bedenken bestehen mit Blick auf das Haftungsrisiko, die Kompetenz nichtärztlichen Personals und das mögliche Abfließen von Mitteln aus der ärztlichen Vergütung.

 

Die Regierungsparteien im Bundestag haben sich im Koalitionsvertrag auf den Einsatz von qualifizierten nichtärztlichen Gesundheitsberufen geeinigt, die „delegierte ärztliche Leistungen erbringen" sollen. Zudem plant die Koalition Modellvorhaben zur Erprobung neuer Formen der Substitution ärztlicher Leistung. Bei dem vorhandenen und zunehmenden Fachkräftemangel in medizinischen Assistenzberufen dürfte die Delegation von ärztlichen Leistungen allerdings schon daran scheitern, dass das heutige Personal vollkommen ausgelastet und damit nicht in der Lage ist, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, ohne dass es zu Qualitätseinbußen in der Betreuung kommt.

 

Mehr als eintausend Hartmannbund-Mitglieder haben sich von Ende Februar bis Mitte März beteiligt und mit ihren Antworten einen repräsentativen Einblick in die Einstellung und Bewertung der deutschen Ärzteschaft zu diesen zentralen Fragestellungen ermöglicht.

 

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