Verleihung des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) an Frau Professor Dr. med. habil. Helga Schwenke-Speck

07.10.2014

Frau Professor Dr. Helga Schwenke-Speck wurde am 06. Oktober 2014 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse von Herrn Bundespräsidenten Joachim Gauck verliehen. Die Verleihung erfolgte auf Initiative des Hospiz Vereins Leipzig e.V.. Als Ärztin und Wegbereiterin der Hospizbewegung im Freistaat Sachsen setzte sie sich unermüdlich für Kranke und Sterbende ein. Frau  Professor Schwenke-Speck wird für ihre Lebensleistung als Ärztin und Begründerin der Hospizbewegung im Freistaat Sachsen mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die gebürtige Leipzigerin hat sich aufgrund ihres Wirkens als Ärztin, Mitglied der Sächsischen Landesärztekammer, ehrenamtliche Mitbegründerin der Hospizbewegung in Sachsen und ihrer unermüdlichen Arbeit für Kranke und Sterbende herausragende Verdienste um die Allgemeinheit erworben.

 

Wirken als Ärztin

Frau Professor Schwenke-Speck war seit 1965 als Fachärztin für Innere Medizin tätig. Als Oberärztin der Abteilung Hämatologie/Onkologie erwarb Sie sich bleibende Verdienste im Fachgebiet der Knochenmarkstransplantation. Ihr Einsatz in der „Arbeitsgruppe immunologische Diagnostik" in der „Gesellschaft für Klinische und Experimentelle Immunologie in der DDR" führte zur Errichtung immunologischer Institute an allen Universitäten der DDR. Als Vorlauf für die Einrichtung der klinischen Knochenmarkstransplantation etablierte sie die Methode der Lymphozytenmischkultur für die Spender-Empfänger-Auswahl.

 

Erst nach der politischen Wende wurde sie 1990 zur Hochschuldozentin für Innere Medizin ernannt und schließlich 1994 zur außerplanmäßigen Professorin der Universität Leipzig. Ab 1997 übernahm sie an der Helios Klinik Borna eine hämatologisch-onkologische Honorartätigkeit.

 

Verbandliches Wirken

Im November 1989 gründete sie den „Freien Verband der Ärzte und Zahnärzte und Naturwissenschaftler in der Medizin", der in die Gründung des Marburger Bundes Landesverband Sachsen mündete zu dessen erster stellvertretenden Vorsitzenden und späteren Vorsitzenden im Regierungsbezirk Leipzig sie gewählt wurde. Von 1990 bis 1999 war Frau Professor Schwenke-Speck Mandatsträgerin in der Kammerversammlung und regte 1991 die Errichtung eines Landesausschusses Senioren an, dessen Vorsitz sie übernahm und dessen Arbeit sie bis 2003 maßgeblich prägte.

 

Ehrenamt Hospizbewegung

1993 gründete sie den Hospiz Verein Leipzig e. V.  40 Jahre ambulante und stationäre Tätigkeit als Ärztin bewogen sie zur Errichtung eines ambulanten Hospizdienstes zur Behandlung und Begleitung von Sterbenden. Als Vorsitzende und langjähriges Vorstandsmitglied baute sie ehrenamtlich den ambulanten Hospizdienst zusammen mit Ärzten, Pflegefachkräften, Seelsorgern, Sozialarbeitern und anderen auf. Entstanden ist ein leistungsfähiger ambulanter Hospizdienst, der mit ehrenamtlichen Hospizbegleitern, vier hauptamtlichen Mitarbeitern Sterbende psychosozial betreut, palliativmedizinisch berät und  in allen Lebenslagen hilfreich zur Seite steht. Der Verein hat heute 270 Mitglieder mit 70 ehrenamtlich tätigen Hospizbegleitern und ca. 180 Sterbebegleitungen pro Jahr. Sie ist weiterhin Mitbegründerin der Landearbeitsgemeinschaft Hospiz (heute Landesverband für Hospizarbeit und Palliativmedizin Sachsen e. V.) und ehrenamtlich deren langjähriges Vorstandsmitglied. Sie organisierte und leitete mehrere Hospiztage im Freistaat Sachsen, die sich thematisch mit  der Qualitätssicherung der Hospizarbeit befassten. Der ambulante Hospizdienst konnte 2002 durch eine stationäre Einrichtung, die Hospiz Villa Auguste Leipzig ergänzt werden. Frau Professor Schwenke-Speck setzte sich für deren Finanzierung durch private Spendenmittel und öffentliche Mittel ein. Sie war maßgebliche Vordenkerin der spezialisierten-ambulanten Palliativversorgung, einer Versorgungsform für schwerstkranke Sterbende zu Hause mit einem hohen Betreuungsaufwand. Diese Versorgungsform ist jetzt in Deutschland etabliert und hat seit Kurzem eine gesetzliche Grundlage im Sozialgesetzbuch fünf.

 

2001 wurde sie in den Beirat „Stiftungsunternehmen Hospiz" der Krupp-von-Bohlen und Halbach-Stiftung berufen.

 

Ehrung

Für ihre Lebensleistung und ihr ehrenamtliches Engagement wurde Frau Professor Schwenke-Speck mit der Verleihung der „Hermann-Eberhard-Friedrich-Richter-Medaille" der Sächsischen Landesärztekammer geehrt.

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