Filmtipp des AK Ethik in der Medizin

AM ENDE EIN FEST

15.09.2015

AM ENDE EIN FEST

EIN FILM VON SHARON MAYMON UND TAL GRANIT ÜBER DAS STERBEN UND STERBEHILFE

KOMÖDIE, ISRAEL/DEUTSCHLAND 2014, 93 MINUTEN

  

Yehezkel, 72 Jahre alt, ist ein Tüftler und Erfinder, der mit seiner Frau Levana in einem Jerusalemer Seniorenheim lebt. Immer wieder denkt er sich neue, verrückte Maschinen aus, die jedermanns Leben einfacher machen sollen und baut und werkelt vor sich hin. Er hat einen genauen Blick für die Menschen um sich herum und ist sich auch nicht zu schade, am Telefon mit veränderter Stimme Gott zu spielen, wenn er damit seinen Freunden, die sich vom Alter haben verunsichern lassen, Mut machen kann.

 

Als sein bester Freund Max, der unheilbar erkrankt ist, ihn um Hilfe bittet, friedlich und ohne Schmerzen aus dem Leben gehen zu können, möchte Yehezkel helfen. Doch seine Frau Levana hält nichts davon, den scheinbar einfachen Weg zu gehen. Ein Besuch im Krankenhaus macht die ganze Misere schmerzhaft sichtbar: den verzweifelten Wunsch, einen geliebten Menschen im Leben zu halten, das strikte Verhalten der Ärzte, für die das Sterbenwollen einem Verbrechen gleichkommt und das schmerzhafte Bewusstsein darum, dass ein Abschied notwendig wird. Der Gedanke lässt Yehezkel nicht los, dass sein Freund Max erlöst werden müsse - nicht nur für die ohnmächtig um ihn Stehenden, sondern auch für ihn selbst.

 

Um ihm das Sterben zu erleichtern, schließt sich eine Gruppe von Senioren im Altersheim um Yehezkel zusammen: Gemeinsam mit einem pensionierten Tierarzt, der die Beruhigungsmittel besorgt, und einem ehemaligen Polizisten, der die Beweise verwischen soll, suchen sie nach dem besten Weg, um Max‘ Wunsch zu erfüllen. Da keiner sich tatsächlich dazu überwinden kann, Max zu töten, baut Yehezkel eine Maschine, mit der der Sterbende sich selbst töten kann. Bald schon ist diese Maschine in aller Munde und Menschen aus ganz Jerusalem strömen zu dem Altersheim, um ihre Liebsten von ihren Leiden zu befreien. Anfangs noch zögernd, geben Yehezkel, seine Frau Levana und Dr. Daniel bald dem Andrang der Sterbewilligen nach und die eingeschworene Truppe macht sich auf, um letzte Wünsche zu erfüllen. Währenddessen verschlechtert sich der Zustand von Levana, Yehezkels Frau, die an Alzheimer leidet, und bald muss Yehezkel selbst eine Entscheidung treffen.

 

Das Regie-Duo Sharon Maymon und Tal Granit hat mit „Am Ende ein Fest" einen der erfolgreichsten israelischen Filme der letzten Jahre geschaffen, der mit großer Leichtigkeit Worte und Bilder für etwas findet, das sich so oft der Darstellung entzieht. Ihnen gelingt eine wunderbar schelmische Komödie über das Abschiednehmen, die jedem das Herz erleichtern wird. Doch das Lachen vom Anfang weicht irgendwann dem Kloß im Hals.

 

Der Film läuft ab 24. September 2015 im Passage Kino in Leipzig, im Clubkino in Chemnitz sowie im Programmkino Ost und in der Schauburg in Dresden. Am 23. September 2015 gibt es in Leipzig, Passage Kino, eine Voraufführung mit dem Regisseur.

  

Den deutschen Trailer zum Film können Sie sich hier anschauen:
Weitere Infos zum Film gibt es hier:

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