Interpretationshilfe für die medizinische Versorgung von Asylbewerbern

07.01.2016

Interpretationshilfe für die medizinische Versorgung von Asylbewerbern

  

Dresden: Das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) hat gemeinsam mit der Sächsischen Landesärztekammer, den beteiligten Staatsministerien, der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen und der Sächsischen Krankenhausgesellschaft eine Interpretationshilfe für die medizinische Versorgung von Asylbewerbern vorgelegt. Alle Beteiligten haben einen pragmatischen und umfassenden Katalog zusammengestellt, der Ärzten die Auslegung des Asylbewerberleistungsgesetzes (AsylbLG) erleichtern soll.

 

„Waren Ärzte bisher weitgehend auf sich selbst gestellt, um zu entscheiden, ob eine Leistung sofort oder nur mit Kostenzusage erbracht werden darf, bietet die Interpretationshilfe jetzt für häufige Fälle konkrete und verbindliche Hinweise.", betont der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck. Insbesondere die Behandlung häufiger chronischer Erkrankungen ist hier geregelt. Aber auch der Umfang der nach AsylbLG möglichen Vorsorgeuntersuchungen, Rehabilitationsmaßnahmen oder Impfungen werden thematisiert.

 

In jedem Fall gilt das Wirtschaftlichkeitsgebot. Auch bei Asylbewerbern müssen also Leistungen ausreichend, notwendig, zweckmäßig und wirtschaftlich sein. Die Interpretationshilfe bezieht sich darauf, was nach AsylbLG als „ausreichend" zu bezeichnen ist. Für chronische Erkrankungen wurde eine pragmatische und medizinisch sinnvolle Lösung gefunden: Chronische Erkrankungen, die ohne Behandlung zu akuten Notfällen werden, können nach AsylbLG behandelt werden! Details liefert die Interpretationshilfe.

 

Erik Bodendieck: „Die Interpretationshilfe wird die medizinische Versorgung vereinfachen und helfen, Bürokratie sowohl auf Seiten der Ärzteschaft, als auch bei der Landesdirektion und den Sozialämtern zu vermeiden".

 

Sachsen ist damit das erste Bundesland mit einem solchen Katalog.

 

Umfangreiche Informationen zur medizinischen Versorgung von Asylbewerbern finden Sie hier: 

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