Sächsische Ärzte werden mit Verdienstmedaille geehrt

Auf der Festveranstaltung zum 15. Sächsischen Ärztetag am 24. Juni 2005 werden drei Ärzte für ihre Verdienste um die sächsische Ärzteschaft mit der Herbert-Eberhard-Friedrich-Richter-Medaille geehrt. Der Vizepräsident der Sächsischen Landesärztekammer, Dr. med. Stefan Windau, wird in Anwesenheit von Frau Staatsministerin Helma Orosz die Ehrung vornehmen.

Der Ehrenpräsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil Heinz Diettrich erhielt auf dem 108. Deutschen Ärztetag in Berlin die Paracelsus-Medaille, die höchste ärztliche Auszeichnung in Deutschland. Aus diesem Grund werden die Verdienste von Prof. Diettrich an diesem Abend ebenfalls besonders gewürdigt.

Die Verdienstmedaille erhalten:

Herr Dr. med. Bernhard Ackermann

Die Sächsische Landesärztekammer ehrt mit der "Hermann-Eberhard-Friedrich-Richter-Medaille" wegen seiner außerordentlichen Verdienste um die Selbstverwaltung und um die Berufspolitik der sächsischen Ärzteschaft Herrn Dr. med. Bernhard Ackermann, Facharzt für Allgemeinmedizin, aus Zwickau.

Herr Dr. med. Bernhard Ackermann, geboren am 5. November 1934 in Zwickau, studierte von 1953 bis 1958 Humanmedizin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald und der Medizinischen Akademie Dresden.

Am 1. April 1966 übernahm er die Praxis des Vaters und erfüllte sich damit seinen eigentlichen Berufswunsch eines praktischen Arztes in eigener Niederlassung, trotz aller staatlichen Reglementierung.

Die politische Wende 1989 und der damit verbundene Umbau des ambulanten Gesundheitswesens sowie der Aufbau von Strukturen der ärztlichen Selbstverwaltung mit der Bildung von Ärztekammern und Kassenärztlichen Vereinigungen gab Herrn Dr. Ackermann endlich die Möglichkeit, sich in diesen neuen demokratischen Strukturen berufspolitisch einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Seit Gründung der Sächsischen Landesärztekammer ist Dr. Bernhard Ackermann Mandatsträger der Kammerversammlung und derzeit Alterspräsident. Er ist in Ausschüssen und weiteren Gremien der Sächsischen Landesärztekammer engagiert.

Sein berufliches und ehrenamtliches überdurchschnittliches Engagement, sein Fleiß, seine Beharrlichkeit und seine christliche Nächstenliebe sind beispielhaft, sie trugen entscheidend mit dazu bei, die ärztliche Selbstverwaltung in Sachsen zu etablieren und zu festigen.

Herr Prof. Dr. med. habil. Hildebrand Kunath

Die Sächsische Landesärztekammer ehrt mit der "Hermann-Eberhard-Friedrich-Richter-Medaille" wegen seiner außerordentlichen Verdienste um die Selbstverwaltung und um die Berufspolitik der sächsischen Ärzteschaft Herrn Prof. Dr. med. habil. Hildebrand Kunath, Direktor des Institutes für Medizinische Informatik und Biometrie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden.

Herr Professor Kunath, geboren am 24. Januar 1943 in Jena, studierte von 1962 bis 1968 Humanmedizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 1994 ist er Direktor des Institutes für Medizinische Informatik und Biometrie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden.

Herr Professor Dr. Kunath ist ehrenamtlich für die Sächsische Landesärztekammer seit deren Gründung aktiv. Frühzeitig lenkte er die Aufmerksamkeit auf die Qualitätssicherung in der Medizin. Er realisierte unter anderem den Aufbau des Systems zur externen Qualitätssicherung in der Perinatologie. Prof. Kunath ist Mitglied der Arbeitsgruppe Multimedia in der Medizin, des Lenkungsausschusses für externe Qualitätssicherung im Krankenhaus in Sachsen, der Fachkommission Diabetes mellitus sowie der Arbeitsgruppe Elektronischer Arztausweis.

Herr Professor Kunath ist weit über die Technische Universität Dresden und die Region Sachsen im Sinne der deutschen Ärzteschaft tätig. Sein engagiertes, zielorientiertes Wirken wird allgemein anerkannt und hoch geschätzt.

Herr Dr. med. Clemens Weiss

Die Sächsische Landesärztekammer ehrt mit der "Hermann-Eberhard-Friedrich-Richter-Medaille" wegen seiner außerordentlichen Verdienste um die Selbstverwaltung und um die Berufspolitik der sächsischen Ärzteschaft Herrn Dr. med. Clemens Weiss.

Herr Dr. med. Clemens Weiss, geboren am 18. August 1935 in Berlin, wuchs in einer kompromisslos antinationalsozialistischen, christlich-humanistisch geprägten Familie auf.

1946 wurde die Familie in die Sowjetunion deportiert, wo sie bis 1952 in Zentralrussland und anschließend bis 1955 in Suchumi/Georgien interniert war. Erst 1955 folgte das Studium der Humanmedizin an der Universität Leipzig, welches er 1960 abschloss.

Dr. Clemens Weiss engagierte sich ab 1989 für die Gründung der ärztlichen berufsständischen Selbstverwaltung in Sachsen. Von 1991 bis 2003 war er Mandatsträger der Sächsischen Landesärztekammer und bis zum Jahre 2000 Vorsitzender der Kreisärztekammer Wurzen und später des Muldentalkreises. Von 1991 bis 2003 war er Mitglied der Kammerversammlung und von 1999 bis 2003 Mitglied des Vorstandes der Sächsischen Landesärztekammer. Seit 2000 vertritt er die Sächsische Landesärztekammer in Fragen der Menschenrechte.

Clemens Weiss leistet humanitäre Hilfe für Osteuropa, insbesondere Weißrussland und die Ukraine. Er begleitete über zwanzig Hilfstransporte mit der Diakonie Annaberg.

Im Januar 2004 wurde Herrn Dr. Clemens Weiss für seine Verdienste der Verdienstorden am Bande der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland durch Herrn Bundespräsidenten Dr. Johannes Rau, übergeben von Frau Staatsministerin für Soziales, Helma Orosz, verliehen.

Prof. Dr. med. habil. Heinz Diettrich

Die deutschen Ärztinnen und Ärzte ehrten am 3. Mai 2005 auf dem 108. Deutschen Ärztetag in Berlin mit der Paracelsusmedaille Heinz Diettrich als einen Arzt, Wissenschaftler, ärztlichen Berufspolitiker und Gesundheitspolitiker, der sich in fast vier Jahrzehnten seiner ärztlichen Berufstätigkeit, als Hochschullehrer und Leiter einer Städtischen Klinik um die medizinische Versorgung der Patienten, beim Aufbau der Sächsischen Landesärztekammer nach der Wiedervereinigung, die ärztliche Selbstverwaltung und um das Gemeinwohl in der Bundesrepublik Deutschland besonders verdient gemacht hat.

Unmittelbar nach der deutschen Wiedervereinigung im Oktober 1990 begann sich Heinz Diettrich in außergewöhnlicher Weise ehrenamtlich für die Interessen und die gemeinsamen Anliegen der sächsischen Ärztinnen und Ärzte zu engagieren. Schon im Mai 1990 war er zusammen mit anderen engagierten Streitern für die Interessen der verfassten Ärzteschaft Gastteilnehmer beim 93. Deutschen Ärztetag in Würzburg. Die Gründung der vorläufigen Sächsischen Landesärztekammer - 1989/1990 gab es noch kein Sächsisches Gesundheitsministerium - erfolgte am 12. Mai 1990 in Dresden. Damit begann in Sachsen als erstem Bundesland in Ostdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg der Aufbau einer geordneten ärztlichen Selbstverwaltung, für die sich viele Ärztinnen und Ärzte im Land engagierten.

Heinz Diettrich wurde nicht zuletzt aufgrund dieser Pionierarbeiten am 20. April 1991 zum ersten Präsidenten der neu gegründeten Sächsischen Landesärztekammer gewählt. Nach Ablauf seiner zweiten Amtsperiode als Präsident wurde Heinz Diettrich aufgrund seines hohen Engagements und seiner Verdienste von der neuen Kammerversammlung 1999 zum Ehrenpräsidenten der Sächsischen Landesärztekammer ernannt.

Heinz Diettrich hat sich durch seinen vier Jahrzehnte währenden unermüdlichen Einsatz und seine vorbildliche Haltung als Arzt, Chefarzt, Berufs- und Gesundheitspolitiker sowie als akademischer Lehrer im Fach Chirurgie große und bleibende Verdienste um die ärztliche Versorgung der Patientinnen und Patienten in Sachsen, um den Auf- und Ausbau einer funktionierenden ärztlichen Selbstverwaltung, das Fach Chirurgie, die wissenschaftliche Forschung und Lehre sowie um das Gemeinwohl in der Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht.

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 350.

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