Heimärzte können Versorgung in Pflegeheimen verbessern - Auf das „Wie?” kommt es an

14.09.2007

Den jüngsten Vorschlag von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, durch gesetzlich verankerte Heimärzte die medizinische Versorgung in Pflegeheimen wesentlich zu verbessern, bewertet die Sächsische Landesärztekammer grundsätzlich positiv. "Wichtig ist aber die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung der Initiative, damit nicht lediglich ein Problem der Heimbetreuung durch ein neues ersetzt wird", so Erik Bodendieck, Vizepräsident der Kammer.

 

So lehnt die Sächsische Landesärztekammer Mediziner in persönlicher Anstellung in Pflegeheimen generell ab. Eine Weisungsbefugnis durch die Heimleitung ist mit Blick auf die freie Berufsausübung des Arztes zum Wohl der Patienten nicht tragbar. Dass Heime dagegen mit drei oder vier niedergelassenen Ärzten Verträge über die medizinische Versorgung der Pflegebedürftigen abschließen, kann im Sinne der besseren Pflegequalität von Vorteil sein, so Bodendieck. Wissenslücken in der Krankengeschichte der Patienten werden so vermieden. Mehrere Ärzte sind in der Lage, einen 24-Stunden-Notruf abzusichern und damit die Zahl von Krankenhauseinweisungen signifikant zu senken, wie auch in einem Berliner Modellprojekt belegt wurde. Allerdings ist dazu die Zusammenarbeit zwischen Pflegepersonal und Vertragsarzt ebenso klar zu regeln. Der Arzt muss gegenüber dem Pflegepersonal weisungsbefugt sein, da er die Verantwortung für die Patienten trägt. Ebenso muss er die Hygiene im Heim, sowie Qualifikation und Fortbildung des Personals beeinflussen können, um tatsächlich die Versorgungsqualität in der Hand zu haben.

 

Neben diesen strukturellen Herausforderungen darf aus Sicht der Sächsischen Landesärztekammer in der aktuellen Diskussion die meist schlechte finanzielle Ausstattung der Pflegeheime nicht vergessen werden. Damit stellt sich im Hinblick auf den Vorschlag von Bundesministerin Schmidt zusätzlich die Frage, wie die Leistungen der Heimärzte vergütet werden sollen.

 

weitere Informationen unter Telefon 0351 8267-160.

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