Hoppe fordert Stopp des Gesundheitsfonds Ärztepräsident schlägt Modellphase zur Erprobung des Fonds vor

15.09.2008

Berlin, 12.09.2008 - "Der Gesundheitsfonds ist ein weiterer Schrittauf dem Weg in die Staatsmedizin. Die Regierung legt nachwirtschaftlicher Opportunität und haushaltspolitischer Machbarkeitfest, wie viel Geld für die Versorgung der Patienten ausgegebenwerden darf. Damit hängt die Versorgung der Patientenkünftig vom Spardiktat der Finanzpolitiker ab. Der tatsächlicheVersorgungsbedarf gerät völlig aus dem Blick", warnte heuteProf. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer,vor den Folgen der geplanten Einführung des Gesundheitsfonds.

 

"Wir sind längst auf einer Abwärtsspirale in der Qualität medizinischerVersorgung. Der Gesundheitsfonds ist ein Experiment mithöchst fragwürdigem Ausgang. Wir appellieren daher eindringlichan alle verantwortlichen Politiker, das Projekt zu stoppen, solangedies noch möglich ist", sagte Hoppe. Notwendig sei zunächst eineModellphase zur Erprobung des virtuellen Fonds. "Man muss sichdoch erst einmal über die Folgen im Klaren sein, bevor man einesolche Umwälzung im Gesundheitswesen in Angriff nimmt", sagteHoppe.

 

Der geplante Fonds sei definitiv keine Lösung für eine nachhaltigeFinanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung und erst rechtkein Förderprogramm für eine moderne Medizin. "Der Fonds inseiner gegenwärtigen Form ist eine zentralistische Geldsammelstelle,die unter gefälligem Namen Rationierung verfestigen wird",so Hoppe. Eine zukunftsweisende, generationengerechte Politiksehe anders aus. "Es wäre ein Gebot der Solidarität, die Kassenbeiträgenach der tatsächlichen finanziellen Leistungsfähigkeit derVersicherten zu bemessen. Und es ist an der Zeit, in der GKV sukzessiveeine Demografiereserve für eine Gesellschaft des langenLebens aufzubauen", forderte der Ärztepräsident.

 

Diese Pressemitteilung finden Sie auch im Internet unter www.bundesaerztekammer.de

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