MVZ sind wichtige Ergänzung für die ambulante Versorgung

26.05.2009

Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

 

Medizinische Versorgungszentren (MVZ) haben sich als Versorgungsform etabliert. Die Zahl der Neugründungen hat sich mittlerweile auf einem niedrigen Niveau eingependelt. Im Vergleich zu den Praxen führen sie jedoch immer noch ein Nischendasein. So gab es im dritten Quartal 2008 1.152 MVZ gegenüber 80.000 zugelassenen Praxen. Das sind Ergebnisse einer neuen Studie, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) heute in Berlin vorgestellt hat. Ihr Titel lautet "MVZ-Survey 2008. Die strategische Positionierung Medizinischer Versorgungszentren".

 

Im Sommer 2008 hatte die KBV 1.023 MVZ angeschrieben. Es antworteten 286, das entspricht einer Rücklaufquote von 28 Prozent. Bezüglich der Gründer (Vertragsärzte oder Krankenhäuser), Rechtsform, Arbeitsgröße, Zulassungsdauer und regionalen Verteilung war die Stichprobe repräsentativ.

 

Die meisten MVZ gab es im ersten Halbjahr 2008 in Bayern, Berlin und Niedersachsen. In urbanen Zentren gibt es mehr MVZ als in ländlichen Gegenden (55 Prozent städtische MVZ). In Ballungsräumen könnten MVZ eine gute Ergänzung zur ambulanten Versorgung in den Praxen darstellen. Im ländlichen Raum sind sie hingegen eine Chance, um die medizinische Grundversorgung der Menschen zu gewährleisten, so der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler.

 

Bundesweit werden durchschnittlich 70 MVZ pro Quartal gegründet. Zwei Haupttypen lassen sich identifizieren. Während das von Krankenhäusern gegründete MVZ in den neuen Bundesländern dominiert, ist in Westdeutschland das vertragsarztgeführte Zentrum vorherrschend. Die häufigste Gesellschaftsform ist die GmbH. Daraus leiten die Autoren der Studie die Prognose ab, dass ein dritter MVZ-Typ künftig eine größere Rolle spielen wird: das von einer Managementgesellschaft betriebene vertragsärztliche MVZ, das sich abgrenzt vom vertragsärztlichen MVZ als Variante der Gemeinschaftspraxis. Es bestehe die Gefahr, dass MVZ vorrangig als Geschäfts- und nicht als Versorgungsmodell gesehen werden: Gewinnorientierte Kapitalgesellschaften als MVZ-Eigner könnten versuchen, aus wirtschaftlichen Gründen direkten Einfluss auf die ärztliche Tätigkeit zu nehmen. Dem sollte der Gesetzgeber vorbeugen.

 

Ob MVZ dazu geeignet sind, zur Versorgungsverbesserung in unterversorgten Gebieten beizutragen, lasse sich derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen, so das Fazit der Studie. Dies wird, neben der Analyse der Vergütungssituation, Gegenstand folgender Erhebungen werden.

 

Die Möglichkeit, MVZ zu gründen, hat das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung im Januar 2004 geschaffen. Das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz hat die Gestaltungsspielräume seit Januar 2007 erweitert. Die KBV hat die Entwicklung der MVZ von Anfang an wissenschaftlich und mit verschiedenen Publikationen begleitet. Mehr Informationen dazu sowie den MVZ-Survey 2008 gibt es auf der Webseite der KBV unter

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