Medinetz Dresden e.V. erhält den Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2009

11.11.2009

Der "Sächsische Förderpreis für Demokratie 2009" wurde am 9. November in der Dresdner Frauenkirche an das Medinetz Dresden verliehen. Ministerpräsident Stanislaw Tillich, als Schirmherr des Demokratiepreises, würdigte die Arbeit der Initiative, die sich für demokratisches Handeln in Sachsen einsetzt./p>

 

Der mit 15000 Euro dotierte Preis ehrt die couragierte Arbeit des Medinetz Dresden e.V. und dessen Einsatz für das Menschenrecht auf medizinische Versorgung. "Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung und betrachten diesen Preis als einen direkten Zuspruch aus Gesellschaft und Politik für unseren Einsatz im Sinne der Menschenrechte. Es ermutigt zu sehen, dass ehrenamtliches Engagement wahrgenommen und gewürdigt wird. In unserer Arbeit stoßen wir immer wieder auf Misstrauen und Zweifel in der Bevölkerung. Neben der Gewährleistung der medizinischen Versorgung haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die allgemein schwierigen Lebensbedingungen von Betroffenen öffentlich zu thematisieren. Daher wird ein Teil des Geldes in die Ausstellung 'Kein Mensch ist Illegal' fließen, mit der wir auf die prekäre Situation und die Probleme von Menschen ohne Papiere in unserer Gesellschaft aufmerksam machen wollen.", sagte Anke Jensch, Mitgründerin des Vereins.

 

Eine finanzielle Unterstützung der Vereinsarbeit durch diesen Förderpreis ist eine große Hilfe. Dennoch möchte das Medinetz Dresden betonen, dass es vorrangig nicht das fehlende Geld ist, das die Arbeit erschwert, sondern politische Rahmenbedingungen, die Unsicherheiten und Ängste der Ärzte und Patienten schüren und den Zustand einer mangelhaften Gesundheitsversorgung aufrechterhalten. Kontrovers erscheint es, dass mit dieser Preisvergabe unter anderem Entscheidungsträger aus Sachsen eine Arbeit auszeichnen, die mit mehr Mut in den eigenen Reihen nicht notwendig wäre. Bei schätzungsweise einer Million Menschen ohne gültige Aufenthaltsdokumente in Deutschland wäre ein politisches Signal auf Länder- sowie auf Bundesebene sehr wichtig. Das Medinetz Dresden fordert daher die Parteien des Sächsischen Landtages auf, die gesundheitliche Versorgung der "Illegalisierten" ernsthaft zu thematisieren und auf eine Lösung hin zu arbeiten, die die Arbeit der Medinetze überflüssig macht. Ein möglicher Lösungsansatz ist der Vorschlag des anonymen Krankenscheins des Medibüros Berlin. "Wir wollen, dass unsere Arbeit für das Menschenrecht auf Gesundheit zukünftig nicht mehr ehrenamtlich angegangen werden muss, sondern eine selbstverständliche Anbindung an vorhandene Strukturen findet und in die normale Gesundheitsversorgung der gesamten Bevölkerung eingeflochten wird. Eine Sicherung der Gesundheitsversorgung erfordert eine Änderung der Gesetzeslage und wird durch ehrenamtliche Arbeit niemals erreicht werden.", fügt die angehende Ärztin hinzu.

 

Die Auszeichnung mit dem "Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2009" zeigt, dass die Arbeit des Medinetz Dresden Anerkennung findet und entschärft die öffentliche Diskussion über Medinetze und andere Initiativen, die die Gesundheitsversorgung "Illegalisierter" in Deutschland fördern, deren Arbeit oft fälschlicherweise als nur "halb-legal" wahrgenommen wird.

 

Kontakt:
Medinetz Dresden e.V., medinetzdresden@gmx.de
Anke Jensch, Tel.: 0151-22680438

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