Ärzte für Sachsen - Sächsische Landesärztekammer richtet Koordinierungsstelle ein und startet Netzwerk

30.11.2009

Dresden, 30. November 2009: Die Sächsische Landesärztekammer hat eine Koordinierungsstelle "Ärzte für Sachsen" eingerichtet und heute ein gleichnamiges Netzwerk mit mehr als 100 Partnern in Dresden gegründet. Ein solches umfassendes Netzwerk ist bisher in Deutschland einmalig. Gleichzeitig wurde eine neue umfassende Internetplattform www.aerzte-fuer-sachsen.de frei geschaltet.

 

"Sachsen fehlt es an Ärzten und das, obwohl sich seit Jahren verschiedenste Institutionen und Verbände darum bemühen, junge Mediziner hier zu halten oder diese aus anderen Bundesländern oder dem Ausland für eine Tätigkeit in Sachsen zu begeistern", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, vor der Presse. "Aber bisher fehlte es an einer Koordinierung und Vernetzung der Akteure und Maßnahmen." Deshalb ist die Sächsische Landesärztekammer in Vorleistung gegangen und hat eine Koordinierungsstelle "Ärzte für Sachsen" eingerichtet. Prof. Schulze: "Nach einem dreiviertel Jahr der Aufbauarbeit können wir nun heute mit dem gleichnamigen Netzwerk "Ärzte für Sachsen" an den Start gehen."

 

"Durch diese Koordinierungsstelle erfahren Interessenten alles Wichtige zur ärztlichen Tätigkeit in Sachsen aus einer Hand. Sie können sich ein Bild über die Lebensverhältnisse in den Orten machen, wo Ärzte gesucht werden. Das klingt attraktiv und ist es auch, und das vor allem, weil im Internetangebot des Netzwerkes eine ganze Menge Arbeit steckt", so die Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, Frau Christine Clauß. Der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages, Herr Mischa Woitscheck, spricht von zusätzlichen Optionen, die das Netzwerk böte, damit Kommunen und Regionen für sich und um Ärzte werben können.

 

Zielstellung
Das Netzwerk "Ärzte für Sachsen" hat sich zum Ziel gesetzt, die sächsischen Akteure und Maßnahmen gegen den drohenden Ärztemangel zu vernetzen und so besser langfristig zusätzliche Ärzte für Sachsen zu gewinnen. Erreicht werden soll dies mit einer umfassenden Erfassung von Aktivitäten und kreativen Lösungsansätzen gegen den Ärztemangel und einer bundesweiten beziehungsweise internationalen Information darüber. "Anhand von best-practice-Beispielen möchten wir auch neue Ideen weitergeben und weiterentwickeln, damit sie allen Netzwerkpartnern zugute kommen und positive Erfahrungen schneller für alle zugänglich gemacht werden können", so Prof. Schulze.

 

Neben den üblichen Partnern wie Sozialministerium, Krankenhausgesellschaft, Krankenhäuser, Kassenärztlicher Vereinigung, Berufsverbände und Fachgesellschaften ist die Sächsische Landesärztekammer aktiv auf den Sächsischen Städte- und Gemeindetag sowie den Sächsischen Landkreistag zugegangen und bei allen auf offene Türen gestoßen. Dies zeigt auch die große Anzahl der im Netzwerk vertretenen Kommunen und Gemeinden.

 

Zukünftig sollen auch Abiturienten, Studenten und Absolventen direkt angesprochen und für eine ärztliche Tätigkeit in Sachsen gewonnen werden. Für diese Zielgruppen übernimmt das Netzwerk vor allem eine zentrale Informations- und Servicefunktion. Dies stellte Erik Bodendieck, Vizepräsident der Sächsischen Landesärztekammer, in seinem Impulsreferat dar. Unterstützt wurde er in seiner Ansicht von der Medizinstudentin Antje Schiemanz. Sie sieht das Netzwerk als einen Beitrag, um die Facetten der medizinischen Ausbildung darzustellen und die Defizite durch Interdisziplinarität aufzufangen.

 

Auch die Krankenhausgesellschaft Sachsen begrüßt die Einrichtung dieses Netzwerkes und dessen Zielstellungen außerordentlich und hat sich daher frühzeitig in die Arbeit eingebracht. Und auch die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS), die bereits bei vielfältigen Projekten gegen den Ärztemangel ein wichtiger Partner ist, sieht die Notwendigkeit eines koordinierten Vorgehens, um effektiver gegen den Ärztemangel vorgehen zu können, betont aber "...dass es keinen Königsweg gibt". Dr. Klaus Heckemann, Vorstandsvorsitzender der KVS, vertritt die Ansicht, dass "ein Zusammenschluss (...) ganz unterschiedliches Know-how vereint und die Aussicht Erfolg zu haben, spürbar steigt".

 

Kommunikation
Im Zeitalter des Internets ist dieses Medium zuallererst geeignet, um Information und Kommunikation zwischen Netzwerkpartnern und Interessierten sicherzustellen. Deshalb hat die Sächsische Landesärztekammer parallel zur Gründung der Koordinierungsstelle und der Initiierung des Netzwerkes "Ärzte für Sachsen" die Internetplattform www.aerzte-fuer-sachsen.de aufgebaut. Die Netzwerkhomepage bietet erstmals gebündelt an einem Ort und einrichtungsübergreifend alle relevanten Informationen zur Organisation, Struktur, den Inhalten und Ansprechpartnern für ärztliche Aus-, Weiter- und Fortbildung in Sachsen, für Ärzte im Krankenhaus, in der Niederlassung und im öffentlichen Gesundheitsdienst. Insbesondere finden Medizinstudenten, Ärzte in Weiterbildung und im Berufsleben hier zum ersten Mal umfassende Informationen zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten in Sachsen. Die Informationsplattform soll in Zukunft schrittweise zur Kommunikationsplattform ausgebaut werden.

 

Mitwirkung
Jeder, der an dem Thema "Ärzte für Sachsen" interessiert ist, kann sich im offenen Netzwerk aktiv einbringen. Eine kleine Lenkungsgruppe, bestehend aus Sozialministerium, Landesärztekammer, Krankenhausgesellschaft, Kassenärztlicher Vereinigung, Städte- und Gemeindetag sowie Landkreistag übernimmt dabei die Anschubfinanzierung und feinfühlige Steuerung eines solch großen Netzwerkes. Die organisatorische Umsetzung dieser strategischen Entscheidungen liegt bei der Koordinierungsstelle "Ärzte für Sachsen".

 

Prof. Schulze: "Für die Zukunft dieses Netzwerkes wünsche ich mir, dass möglichst alle Partner einen Nutzen von diesem Netzwerk haben und sich auf regionaler Ebene Projekte entwickeln, wodurch kurz- bis mittelfristig Ärzte für die Region gewonnen werden können. Zum Wohle der Patienten wünsche ich mir, dass die wohnortnahe Versorgung gerade mit Hausärzten auch in Zukunft mit neuen Modellen gesichert werden kann. Mit Blick auf die demografische Entwicklung ist dies vor allem für die älteren, meist immobilen Patienten auf dem Lande von enormer Bedeutung".

 

Kontakt zur Veröffentlichung:
Sächsische Landesärztekammer
Koordinierungsstelle "Ärzte für Sachsen"
Schützenhöhe 16, 01099 Dresden
Telefon: 0351 8267 136
Fax: 0351 8267 162
E-Mail: info@aerzte-fuer-sachsen.de
Web:

 

Rückfragen zur Pressemitteilung unter Tel. 0351 8267 160 oder presse@slaek.de.

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