AUFTRAG AN DIE POLITIK: VERSORGUNG SICHERN, WETTBEWERB STÄRKEN, VERTRAUEN FÖRDERN

09.12.2009

Berlin, 9. Dezember 2009 - Versorgung sichern - Wettbewerb stärken - Vertrauen fördern. Dies sind die Kernforderungen an die neue Bundesregierung, die die Allianz Deutscher Ärzteverbände in ihrem heute erschienenen Positionspapier formuliert hat. "Die Einigung der neuen Regierungskoalition im Bereich Gesundheit hält viele Optionen für einen Umbau des Gesundheitswesens bereit. Die Verantwortlichen werden jedoch noch zeigen müssen, ob es sich dabei um reine Willenserklärungen oder einen strukturellen Neubeginn handelt", erklärt der Sprecher der Ärzteallianz, Dr. Joachim Wagner.

 

Die Allianz erläutert in ihrem Positionspapier, dass der Ärztemangel längst kein reines Verteilungsproblem mehr ist, wie Politiker und Krankenkassen gerne behaupten, sondern der kontinuierliche Verlust der Attraktivität des Arztberufes in Praxis und Klinik. Als mögliche Gegenmaßnahmen schlagen die Ärzte eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung im Krankenhaus, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine neue, transparente Honorarsystematik im niedergelassenen Bereich vor.

 

Überdies fordert die Allianz die Bundesregierung auf, eine Systematik für die Beschreibung eines neuen Leistungskataloges zu entwickeln. Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe könne durch eine interdisziplinär besetzte Kommission unter Zuhilfenahme der Versorgungsforschung geschehen. Ziel der ergebnisoffenen Debatte sei ein nachhaltiges Konzept, das eine gute Gesundheitsversorgung für alle ermögliche und die Lasten und Leistungen gerecht verteile.

 

Ferner spricht sich die Ärzteallianz gegen zentralistische Strukturen im Gesundheitswesen und für ein Nebeneinander von Kollektiv- und Selektivverträgen aus. Insbesondere die niedergelassenen Ärzte seien aus ihrer Verantwortung für das Gesundheitswesen bereit, die sektorenübergreifende Versorgung in selbstverwaltenden Strukturen mitzugestalten. Die Allianz Deutscher Ärzteverbände hält zudem an ihrer Forderung nach Kostenerstattung fest. Diese müsse sukzessiv und unter Berücksichtigung sozialer Komponenten eingeführt werden. "Da Kostenerstattung im Vergleich zum Sachleistungsprinzip das beste Instrument des Wettbewerbs ist, muss sie als Wahloption gleichermaßen für Patienten wie für Ärzte gelten", heißt es in dem Positionspapier.

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