Versichertenstatus von Patienten hat kaum Einfluss auf Wartezeiten

09.02.2012

Eine Studie der Universität Hamburg hat gezeigt, dass sich eine Zweiklassenmedizin kaum anhand unterschiedlicher Wartezeiten von gesetzlich und privat Versicherten nachweisen lässt. Die Studie konnte nicht ermitteln, dass privat Versicherte Vorteile in der medizinischen Versorgung gegenüber gesetzlich Versicherten haben. Beide warten ähnlich lange sowohl beim Arzt, als auch auf einen Arzttermin.

 

Anhand einer Querschnittsbefragung des Bertelsmann Gesundheitsmonitors zwischen 2007 und 2009 untersuchte Prof. Jonas Schreyögg von der Universität Hamburg, ob der Versichertenstatus zu Auswirkungen auf Wartezeiten bei ambulanten Arztbesuchen führt. Er ermittelte, dass sich die Wartezeit auf einen Termin beim Hausarzt zwischen beiden Versichertengruppen lediglich um 0,8 Tage unterscheidet. In der fachärztlichen Versorgung warten privat Versicherte der Studie zufolge durchschnittlich 7 Tage, Kassenpatienten 16 Tage auf einen Termin - eine Differenz von 9 Tagen. Dieser Unterschied komme aufgrund der knapperen Ressourcen von Terminen beim Facharzt zustande, ermittelt die Studie.

 

Die Untersuchung der Wartezeit innerhalb der Praxis kommt zu dem Ergebnis, dass privat Versicherte zehn Minuten weniger beim Hausarzt warten, während sich beim Facharzt keine signifikanten Unterschiede ergaben.

 

Bei bisherigen Studien habe es nur wenige oder gar keine Kontrollvariablen gegeben und sie umfassten nur sehr kleine Stichproben, kritisierte die Universität Hamburg.

 

Die Analyse der Universität Hamburg bestätigt die Ergebnisse einer Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), durchgeführt von der Forschungsgruppe Wahlen. Demnach gibt es leider tatsächlich in Einzelfällen zu lange Wartezeiten, aber es handelt sich nicht um ein bundesweites Phänomen. Die Zufriedenheitswerte der befragten Patienten waren insgesamt sehr hoch. Die Versichertenbefragung der KBV findet sich unter:

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