Lebendspende - Frauen häufiger Spender, Männer häufiger Empfänger

25.05.2012

Dresden: Die Kommission Lebendspende der Sächsischen Landesärztekammer hat im Jahr 2011 41 Anhörungen von Lebendspendern vorgenommen und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (19). Dabei hat sich das Geschlechterverhältnis in diesem Zeitraum nahezu umgekehrt.

 

Bei den Spendern überwiegen die Frauen im Verhältnis von 29 zu 12 (2010: 11 zu 8), bei den Empfängern überwiegen dagegen die Männer im Verhältnis 27 zu 14 (2010: 8 zu 11). Die Zahl der weiblichen Spender überwiegt damit fast in demselben Umfang wie die Zahl der männlichen Empfänger.

 

Bei den Spendern handelte es sich überwiegend um enge Familienangehörige. Zwölfmal beabsichtigte ein Elternteil für sein Kind, vierzehnmal ein Ehegatte für den Ehepartner zu spenden. Siebenmal ging es um Spenden für Geschwister und einmal um eine Spende für den Enkel.

 

Nahezu unverändert blieb die Zahl der laut Transplantationsgesetz "anderen Personen, die dem Spender in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig nahe stehen". Hier fanden sieben Anhörungen statt. Dabei war fünfmal über Spenden zwischen Lebensgefährten zu entscheiden. In zwei Fällen handelte es sich um eine Freundin bzw. einen Bekannten. Die Kommission Lebendspende konnte 2011 alle vorgetragenen Spendeabsichten befürworten. Auffällig ist, dass es 2011, wie auch schon in den letzten drei Jahren, keine Leberlebendspenden gab. Dieses Ergebnis bestätigt allerdings den Bundestrend.

 

Hintergrund Lebendspende:
Gesetzlich vorgeschriebene Voraussetzung für die Transplantation der Organe lebender Spender ist, dass für den Empfänger kein postmortal gespendetes Organ zur Verfügung steht. Das Transplantationsgesetz beschränkt die Möglichkeit der Lebendspende auf "Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, Verlobte oder andere Personen, die dem Spender in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig nahe stehen" (§ 8, Abs. 1 Satz 2 TPG). Es können nur bestimmte Organe bereits zu Lebzeiten gespendet werden, zumeist betrifft das eine Niere bei guter Nierenfunktion oder einen Teil der Leber.

 

Um unfreiwillige Organspenden und Organhandel zu verhindern, ist eine weitere zwingende Voraussetzung für die Organspende bei Lebenden, dass die nach dem Landesrecht zuständige Kommission, in Sachsen die Kommission Lebendspende der Sächsischen Landesärztekammer, vor der Organspende gutachterlich dazu Stellung nimmt, ob begründete tatsächliche Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die Einwilligung in die Organspende nicht freiwillig erfolgt oder das Organ Gegenstand verbotenen Handelstreibens nach § 17 TPG ist.

 

Weitere Informationen unter 0351 8267-160.

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