Stärkere Kontrolle bei Organspende

28.08.2012

Auf Grund der Vorwürfe gegen Transplantationszentren in Regensburg und Göttingen soll kriminelles Verhalten bei Organspenden künftig schärfer geahndet werden. Darauf haben sich Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP), Vertreter der Länder und Experten aus dem Gesundheitssystem am 27. August in Berlin geeinigt. Je nach Schwere des Verstoßes sollen nicht nur die Täter strafrechtlich verfolgt, sondern auch die betroffenen Transplantationszentren vorübergehend geschlossen werden. Zudem sind schärfere berufsrechtliche Konsequenzen für die an Vergehen beteiligten Mediziner vorgesehen, die bis zum Entzug der Zulassung gehen können. Darüber hinaus soll künftig das sogenannte Sechs-Augen-Prinzip zur Grundlage für einen Organbedarf gemacht werden. Neben den Transplantationsmedizinern muss mindestens ein Arzt einer anderen Fachrichtung - etwa ein Labormediziner - prüfen, ob der betroffene Patient in die Warteliste für ein Organ gehört oder nicht. Auch die Kontrollen sollen deutlich verbessert werden. Gingen die Prüforganisationen bislang nur konkreten Hinweisen nach, soll es künftig regelmäßige Untersuchungen auch ohne Anlass geben. Das Gremium sprach sich zudem dafür aus, Bonuszahlungen an Ärzte nicht mehr an die Zahl der durchgeführten Transplantationen zu knüpfen. Damit soll der Wettlauf nach immer mehr Organverpflanzungen eingedämmt werden.

 

Regelmäßig soll die Bundesärztekammer die Berichte der Prüf- und Überwachungskommissionen veröffentlichen. Von 2000 bis 2011 hat es nach deren Angaben 50739 Organtransplantationen gegeben. In 119 Fällen tauchten Hinweise auf Unregelmäßigkeiten auf, wobei in 31 Fällen Verstöße gegen Vorschriften festgestellt wurden.

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