Sächsische Landesärztekammer zu den heutigen Prüfergebnissen der Transplantationszentren

04.09.2013

Berlin/Dresden: Die Ergebnisse der Überwachungskommission für die 24 Leberprogramme der Transplantationszentren wurden am 4. September 2013 in Berlin vorgestellt. Es ist festzuhalten, dass die große Mehrzahl der Lebertransplantationen richtlinienkonform durchgeführt worden ist. Die Überprüfung des Transplantationszentrums in Leipzig hat allerdings zahlreiche Verstöße gegen die Transplantationsrichtlinien ergeben.

 

„Aus Sicht der Sächsischen Landesärztekammer müssen die Verstöße jetzt medizinisch und rechtlich bewertet sowie im juristischen Verfahren vollständig aufgeklärt werden, um bei der Transplantation Transparenz und Sicherheit für Spender und Empfänger wieder herzustellen." betont Erik Bodendieck, Vizepräsident der Sächsischen Landesärztekammer. „Jeder Verstoß, jeder Verdacht schadet der Organspende und damit den Menschen, die auf ein Spenderorgan warten."

 

Seit dem ersten Bekanntwerden von Verstößen haben die ärztliche Selbstverwaltung und der Gesetzgeber bereits Maßnahmen für mehr Kontrolle bei der Organvergabe veranlasst. Unter anderem wurde das Mehraugenprinzip bei der Anmeldung von Wartelisten-Patienten eingeführt. Das heißt: In jedem Transplantationszentrum trifft eine ständige, interdisziplinäre und organspezifische Transplantationskonferenz die Entscheidung über die Aufnahme eines Patienten in die Warteliste, ihre Führung sowie über die Abmeldung eines Patienten. Zudem wurde eine unabhängige Vertrauensstelle „Transplantationsmedizin" zur (auch anonymen) Meldung von Auffälligkeiten und Verstößen gegen das Transplantationsrecht eingerichtet (Bundesärztekammer, Vertrauensstelle Transplantationsmedizin, Herbert-Lewin-Platz 1, 10623 Berlin, E-Mail vertrauensstelle_transplantationsmedizin@baek.de).

 

Die verschärften Vor-Ort-Kontrollen von Prüfungskommission und Überwachungskommission gehören ebenfalls zu den Maßnahmen: Alle Zentren mit ihren insgesamt 140 organspezifischen Transplantationsprogrammen werden mindestens einmal in einem Zeitraum von 36 Monaten vor Ort geprüft. Den Anfang machten die Kommissionen mit den 24 Leberprogrammen in Deutschland.

 

„Ich bin davon überzeugt, dass die Maßnahmen dazu beitragen werden, das Vertrauen in Transplantation und Organspende wieder zu gewinnen. Bitte schenken sie der Organspende Ihr Vertrauen, damit können Sie Anderen Leben schenken." so der Vizepräsident.

 

Die Prüfungs- und Überwachungskommission befindet sich in gemeinsamer Trägerschaft von Bundesärztekammer, Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband.

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