Ärzte in Sachsen: Angestellt statt Einzelpraxis

Immer mehr ausländische Ärzte unterstützen die Versorgung

26.03.2019

Aktuell leben in Sachsen 25.209 Ärzte (31.12.2018). 17.866 Ärzte sind derzeit auch ärztlich tätig. Dies sind 229 berufstätige Ärzte mehr als im Jahr zuvor. Davon arbeiten 9.759 im stationären (+104) und 6.896 im ambulanten Bereich (+50).

 

„Eine steigende Anzahl von Ärzten arbeitet in Teilzeit, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können. Deshalb gibt es weiterhin einen Ärztebedarf trotz der steigenden Zahlen. Der Freistaat bietet wegen des zunehmenden medizinischen Bedarfs weiterhin sehr gute Perspektiven und Fördermaßnahmen für junge Ärzte, insbesondere für niedergelassene Fachärzte", so Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

 

Angestellt statt Einzelpraxis
Im ambulanten Bereich gab es vor zehn Jahren noch 5.655 Ärzte mit eigener Praxis. Diese Zahl sank bis Ende 2018 um 450 auf 5.205 niedergelassene Ärzte. Dagegen stieg im gleichen Zeitraum die Zahl der in Niederlassung angestellten Ärzte von 639 auf 1.691 Ärzte an.

 

Bodendieck: „Dies zeigt, dass immer weniger Ärzte eine eigene Praxis übernehmen, sondern lieber als angestellte Ärzte in einer Praxis arbeiten. Besonders abschreckend sind die bürokratische Belastung und die Eingriffe durch den Gesetzgeber. Bedenklich ist diese Entwicklung vor allem für die ländlichen Bereiche. Daher müssen die Partner in dem von der Sächsischen Landesärztekammer initiierten Netzwerk ‚Ärzte für Sachsen' weiterhin mit gezielten Maßnahmen Nachwuchs für den ambulanten Bereich gewinnen". Zudem müssten eHealth-Projekte entwickelt werden, die Ärzte in ihrer Tätigkeit unterstützen und zum Nutzen der Patienten entlasten.

 

Anteil der Ärztinnen nimmt weiter zu
Die Zahl der berufstätigen Ärztinnen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 130 auf 9.449. Ihr Anteil an allen berufstätigen Ärzten beträgt jetzt 52,9 Prozent. Die Anzahl berufstätiger Ärzte erhöhte sich dagegen nur um 99 auf 8.417 (47,1 Prozent). Erik Bodendieck: „Diesem Trend wird an vielen sächsischen Einrichtungen schon durch familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Teilzeitmodelle und Kinderbetreuungsmöglichkeiten bereits Rechnung getragen."

 

Ausländische Ärzte
2.787 (+110) ausländische Ärzte aus 96 Nationen sind derzeit bei der Sächsischen Landesärztekammer insgesamt gemeldet. Davon sind 2.565 berufstätig (+138). Die meisten ausländischen Ärzte stammen aus der Tschechischen Republik (404), der Slowakei (277), aus Polen (268), Rumänien (174), der Russischen Föderation (166), Bulgarien (107), der Ukraine (120) und Ungarn (89). Die Anzahl der syrischen Ärzte hat sich in den letzten fünf Jahren von 52 auf 230 mehr als vervierfacht.

 

1.616 ausländische Ärzte arbeiten im stationären und 295 im ambulanten Bereich. Der Anteil der ausländischen Ärzte an allen berufstätigen Ärzten in Sachsen beträgt 14,4 Prozent.

 

Erik Bodendieck betont, „dass viele Kliniken in Sachsen sehr froh über die Unterstützung durch ausländische Ärzte sind, da sonst manche Stationen nur eingeschränkt arbeiten könnten". Die 2016 eingeführte Fachsprachenprüfung für ausländische Ärzte begrüßt er ausdrücklich. „Sie bietet die Chance, die sprachliche Qualifikation zu stärken und Fehler durch Missverständnisse zu vermeiden." Der Präsident setzt zur besseren Verständigung zwischen Ärzten oder mit den Patienten außerdem auf berufsbegleitende Integrationskurse. Viele Krankenhäuser in Sachsen bieten bereits solche Kurse an, denn gute Medizin sei zu 90 Prozent gute Kommunikation.

 

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