Protestaktion der Ärzte und Arzthelferinnen - Sächsische Landesärztekammer bekundet Solidarität

30.11.2005

Dresden, 30.11.05: Öffentliche Demonstrationen und Kundgebungen der Ärzteschaft und der Arzthelferinnen, wie heute in Dresden, sind nach Ansicht des Vorstandes der Sächsischen Landesärztekammer eine logische Folge der Unterfinanzierung des ambulanten Gesundheitswesens.

 

Auslöser der Proteste von Fachärzten und Arzthelferinnen sind die erschwerten wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für niedergelassene Ärzte. Die Sächsische Landesärztekammer sieht in dem Protest das Ventil für einen langjährigen Prozess von Unzufriedenheit, Gehaltsverlusten und Bürokratie in nahezu allen Versorgungsbereichen. Die Folgen baden nicht nur die Ärzte aus, sondern sie gehen auch zu Lasten der Patienten, weil sich immer mehr Kollegen durch Abwanderung auf attraktivere Arbeitsplätze im Ausland oder in der Industrie der ambulanten Versorgung entziehen. Die stetig sinkende Anzahl niedergelassener Ärzte in Sachsen belegt diese Entwicklung. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen schätzt, dass ein Vertragsarzt ein Drittel seiner gesamten Leistungen nicht vergütet bekommt. Zugleich wurden durch die Hartz IV Gesetze der ambulanten ärztlichen Versorgung in Sachsen rund 28 Mill. Euro entzogen. Das wirkt sich auch auf das Praxispersonal aus. Entlassungen von Arzthelferinnen sind die Folge.

 

An der vom Commonwealth Fund (CWF) bereits seit 1999 durchgeführten Erhebung zur Qualität der Versorgung hat sich 2005 erstmals auch die Bundesrepublik beteiligt, wo das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die Studie leitete. In diesem Jahr standen diejenigen im Mittelpunkt, die in besonderer Weise auf medizinische Versorgung angewiesen sind: Befragt wurde jeweils eine repräsentative Zufallsstichprobe von Erwachsenen, die einen schlechten Gesundheitszustand haben, an einer chronischen Erkrankung leiden oder sich in den vergangenen beiden Jahren einer schweren Operation hatten unterziehen müssen. In der Bundesrepublik beantworteten 1.474 Männer und Frauen am Telefon durchschnittlich 55 Fragen. Ungewöhnlich dabei war, dass alle, die angesprochen wurden, bereitwillig Auskunft gaben.

 

Zu den berechtigten Hauptforderungen sächsischer Ärzte gehören deshalb unter anderem eine ausreichende Finanzierung der wohnortnahen hausärztlichen und fachärztlichen Versorgung sowie Planungssicherheit in der Niederlassung. Der Vorstand der Sächsischen Landesärztekammer ist überzeugt, dass nur Arbeitsbedingungen, die die erbrachten Leistungen im Dienste für den Patienten gebührend würdigen, dann auch eine humane medizinische Versorgung garantieren. Dieses in der Öffentlichkeit mit Nachdruck deutlich zu machen sei Sinn und Zweck der öffentlichen Proteste in Dresden.

 

Die Sächsische Landesärztekammer bekundet ihre Solidarität mit allen protestierenden Ärzten und wirbt dafür, die Anliegen der Ärzteschaft zu einem gesamtgesellschaftlichen zu machen.

 

Weitere Informationen unter 0351 / 82 67 160.

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