Rahmenbedingungen ärztlicher Tätigkeit müssen verbessert werden

10.11.2007

Dresden: Die 37. Kammerversammlung der Sächsischen Landesärztekammer fordert die zuständigen Einrichtungen auf Bundes- und Landesebene auf, die Rahmenbedingungen für die ärztliche Tätigkeit - insbesondere in den neuen Bundesländern - durch zeitgemäße Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie, Minderung der Regressbedrohung und eine leistungsgerechte Bezahlung ohne West-Ost-Gefälle zu verbessern. Zudem setzt sich die Kammerversammlung dafür ein, die Facharztweiterbildung in der weiteren Krankenhausfinanzierung zu berücksichtigen. Der Arztberuf soll dadurch wieder attraktiv werden und Nachwuchs begeistern können.

 

Zur Begründung heißt es, dass man in einen eklatanten Ärztemangel hinein läuft, denn in den kommenden fünf Jahren gehen laut einer Studie zur Arztzahlentwicklung von Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) über 41.000 Ärzte in den Ruhestand. Ausreichender Nachwuchs ist jedoch nicht in Sicht - weder im ambulanten noch im stationären Bereich. Darauf hat auch die Sächsische Landesärztekammer bereits im Jahre 2001 mit eigenen Erhebungen für Sachsen hingewiesen.

 

Besonders betroffen ist die hausärztliche Versorgung, aber auch in einigen fachärztlichen Gruppen, wie Augen- oder Hautärzten, droht Ärztemangel. Dramatisch ist die Situation in ländlichen Gebieten und in ostdeutschen Krankenhäusern, wo die Versorgung zum Teil nur mit ausländischen Ärzten aufrechterhalten werden kann.

 

Der Anteil der Absolventen und jungen Ärzte sinkt dagegen Jahr für Jahr, obgleich das Angebot an freien Stellen so groß wie nie zuvor ist. Viele dieser jungen Leute aber sind nicht mehr bereit, um den Preis ihrer eigenen Gesundheit oder der Familie 60 oder gar 80 Stunden in der Woche zu arbeiten. Sie werden lieber in alternativen, medizinverwandten Berufen oder im Ausland tätig. Etwa ein Viertel der Medizinabsolventen geht der kurativen Medizin in Deutschland dadurch verloren. Schon jetzt sind nachweislich knapp 16.000 deutsche Ärzte im Ausland tätig - Tendenz steigend.

 

Sachsen hat durch eine Vielzahl von Fördermaßnahmen versucht, Ärzte zu gewinnen. Offensichtlich ist es aber nicht Ziel führend, junge Medizinabsolventen für einen derzeit unattraktiven Beruf zu werben. Deshalb betont die Kammerversammlung, dass nur durch die Verbesserung der Rahmenbedingungen ärztlicher Tätigkeit junge, gut ausgebildete Ärzte nachhaltig für die Patientenversorgung begeistert werden können.

 

Weitere Informationen unter 0351/8267-160.

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