Fünf Jahre Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien

24.09.2008

Berlin: Das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien besteht im September 2008 fünf Jahre. Seither haben 52 Experten von insgesamt 20 wissenschaftlichen und medizinischen Fachgesellschaften fünf VersorgungsLeitlinien erarbeitet. In Zusammenarbeit mit Vertretern der Patientenselbsthilfe werden diese Leitlinien in eine laienverständliche Sprache übersetzt. Bisher gibt es vier solcher Patientenleitlinien.

 

Jeder Patient wünscht sich eine gute medizinische Versorgung auf dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. Dabei kommt es auch auf ein funktionierendes Zusammenspiel der beteiligten Ärzte aus unterschiedlichen Fächern und Versorgungsbereichen an. Wie beides optimal umgesetzt werden kann, beschreiben die wissenschaftlich begründeten Nationalen VersorgungsLeitlinien. Sie sind damit auch eine Grundlage für strukturierte Behandlungsprogramme in Deutschland, die so genannten Disease Management Programme.

 

Im Jahr 2003 startete die Bundesärztekammer das Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin wurde mit der Durchführung beauftragt. Die Patientenleitlinien werden mit Unterstützung des Patientenforums erstellt. Bisher gibt es Nationale VersorgungsLeitlinien zu den Themen Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, chronische koronare Herzkrankheit sowie Fuß- und Netzhautkomplikationen bei Typ-2-Diabetes. Fünf weitere Themen: Herzinsuffizienz, Depression, diabetische Nephropathie, diabetische Neuropathie und Schulung bei Typ-2-Diabetes werden derzeit bearbeitet. Für Patienten gibt es bisher laienverständliche Versionen dieser Leitlinien für Asthma, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, chronische koronare Herzkrankheit sowie Fußkomplikationen bei Typ-2-Diabetes.

 

Die Grundlage für jede neue Nationale VersorgungsLeitlinie sind bereits bestehende evidenzbasierte Leitlinien und das Erfahrungswissen der Experten der beteiligten Fachgesellschaften. Seit 2006 sind auch Vertreter der Patientenselbsthilfe Mitglied in diesen Expertenteams. Nationale VersorgungsLeitlinien gehören derzeit zu den meist beachteten Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Sie sind im Internet frei zugänglich verfügbar. Seit dem Start des Programms wurden sie rund 430.000 Mal abgerufen.

 

Für die nächsten fünf Jahre haben sich die Verantwortlichen des Programms vorgenommen, neben der Entwicklung weiterer Leitlinien und Patientenleitlinien auch deren Anwenderfreundlichkeit zu verbessern. "Nationale VersorgungsLeitlinien sollen keine Art Lehrbuch sein, das im Bücherschrank steht, sondern eine handhabbare Entscheidungshilfe auf dem Schreibtisch des Arztes." sagt Professor Ollenschläger, der Leiter des ÄZQ. Auch in der medizinischen Aus- und Weiterbildung sollen Leitlinien künftig verstärkt eingesetzt werden.

 

Weitere Informationen im Internet unter

Seitenfunktionen

Partner

Mein Konto

Schnelleinstieg

Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte