Delegationsleistungen: Vergütung erfolgt extrabudgetär

26.03.2009

Nach monatelangen Verhandlungen hat sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit dem GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss auf eine bundeseinheitliche Regelung zur Erbringung und Vergütung von ärztlich angeordneten Hilfeleistungen von qualifizierten nicht-ärztlichen Praxisassistentinnen verständigt. Beschlossen ist nun die Vergütung von Leistungen, die qualifizierte Arzthelferinnen auf Anordnung des Arztes bei Hausbesuchen erbringen können. Lange war strittig, wie die medizinischen Fachangestellten qualifiziert sein müssen und wie hoch das Honorar sein sollte. Die Vergütung der Leistungen erfolgt außerhalb der arzt- und praxisbezogenen Regelleistungsvolumina. Der Besuch der Praxisassistentin in der Häuslichkeit der Patienten wird mit 17 Euro - einschließlich Wegekosten - vergütet. Bei einem Besuch eines weiteren Patienten in der häuslichen Gemeinschaft und bei Patienten in Alten- und Pflegeheimen beträgt die Kostenpauschale 12,50 Euro. Zu den dabei erbrachten Leistungen zählen etwa das Anlegen einer Langzeit-Blutdruckmessung, Testverfahren bei Demenzverdacht, Ermittlung von kognitiven, physischen, psychischen und sozialen Fähigkeiten, Ressourcen und Defiziten von Patienten in Abstimmung mit anderen Leistungserbringern. Dabei bleibt die Anleitungs- und Überwachungspflicht beim delegierenden Arzt.

 

Eine nicht-ärztliche Praxisassistentin muss nach der Berufsausbildung zur medizinischen Fachangestellten mindestens drei Jahre in einer Hausarztpraxis gearbeitet und eine Fortbildung absolviert haben. Die Dauer der Fortbildung richtet sich nach der Berufserfahrung. Der Theorieteil umfasst mindestens 150 Stunden (mehr als zehn Jahre Erfahrung) und höchstens 200 Stunden (weniger als fünf Jahre). Die praktische Stundenzahl liegt zwischen 20 und 50 Stunden, plus 20 Stunden Notfallmanagement.

 

Allerdings dürfen die Hilfeleistungen von nicht-ärztlichen Praxisassistentinnen nur erbracht und abgerechnet werden, wenn der Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen zuvor für den Ort der Leistungserbringung eine ärztliche Unterversorgung oder eine drohende Unterversorgung oder einen zusätzlichen lokalen Versorgungsbedarf im hausärztlichen Versorgungsbereich festgestellt hat.

 

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses ist keine Präferenz für ein bestimmtes Versorgungsmodell verbunden. Das Universitätsklinikum Greifswald feierte den Beschluss dennoch als Umsetzung des AGnES-Konzeptes in die Regelversorgung. Das AGnES-Konzept wurde zwischen 2005 und 2008 in mehreren Modellprojekten, so unter anderem in Sachsen durch das Institut für Community Medicine der Uni Greifswald entwickelt und evaluiert.

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