Ärzte warnen: Schwere Ranzen belasten Rücken von Grundschülern - Tipps zum Ranzenkauf

22.04.2009

Dresden. Schulranzen sind wahre Wundertüten. Außer Büchern und Heften findet sich dort meist ein ganzes Sammelsurium: große Tüten mit Murmeln, dicke Freundschaftsbücher, Federmäppchen in dreifacher Ausfertigung, schwere Schlüsselanhänger, Metallautos und kleine Plüschtiere. Durchschnittlich fünf bis sechs Kilogramm schleppt jedes Schulkind täglich auf seinem Rücken. "Das ist eindeutig zu viel!", warnt Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer.

 

Kinder dürfen nicht zu schwer tragen. Sie brauchen leichte Ranzen. Zu schwere Ranzen fördern Muskelverspannungen sowie Haltungsschäden und führen langfristig dazu, dass sich die Wirbelsäule krankhaft verändert. Viele Erwachsene kennen aus leidvoller Erfahrung das Kreuz mit dem Kreuz: Fast jeder zweite Deutsche leidet mehr oder weniger häufig unter Rückenschmerzen. Denn die Wirbelsäule an sich ist schon eine recht anfällige Konstruktion, die leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen ist. Das gilt besonders für Kinder, denn deren Knochen und Bindegewebe befinden sich noch im Wachstum und haben daher nicht die Stabilität wie das Knochengerüst von Erwachsenen. Daher gilt die Faustregel: Der Schulranzen soll idealerweise zehn Prozent des Körpergewichts nicht überschreiten. Auch soll er so gepackt sein, dass er nur das Allerwichtigste enthält. Bücher und Hefte gehören dicht an die Rückenseite des Ranzens einsortiert, und die Oberkante des Ranzens soll mit der Schulterhöhe eine Linie bilden. Richtige Pack- und Tragetechniken schonen den Rücken.

 

Die Sächsische Landesärztekammer hat die wichtigsten Tipps zusammengefasst, damit der Ranzen nicht nur "cool", sondern auch rückenfreundlich ist.

 

Einige Tipps vor dem Ranzenkauf:

  • Kaufen Sie für die Grundschulzeit keinen Schulrucksack, sondern einen festen Ranzen!
  • Achten Sie auf ein leichtes Eigengewicht und auf eine stabile Rückenfront sowie einen stabilen Boden des Ranzens!
  • Die Trageriemen müssen leicht verstellbar und gepolstert sein.
  • Das Ranzenmaterial soll wasserabweisend sein.
  • Der Ranzen soll Reflektorenflächen haben.

 

Das richtige Packen des Ranzens:

  • Alles Schwere gehört an die Rückenseite; alles Leichte in den vorderen Ranzenbereich.
  • Bücher, Mappen und Schnellhefter daher immer zur Rückenseite hin einordnen.
  • Nur die Bücher und Hefte einpacken, die für den nächsten Tag wichtig sind. Je leichter der Ranzen ist, desto weniger wird der Rücken Ihres Kindes belastet.
  • Nicht täglich benötigte Schulsachen bleiben daheim oder im Klassen-Schulfach.
  • Entfernen Sie immer wieder unnötigen Ballast aus dem Ranzen!

 

Der rückenfreundliche Sitz des Ranzens:

  • Der Ranzen muss eng am Rücken sitzen.
  • Die Oberkante des Ranzens muss mit der Schulterhöhe eine Linie bilden! Leicht verstellbare Tragegurte helfen, den Ranzen schnell auf die richtige Tragehöhe einzustellen.

 

Fazit:

  • Das richtige Gewicht: Das ideale Ranzengewicht beträgt 10-15 Prozent des Körpergewichts Ihres Kindes. Generell gilt: Je leichter der Ranzen, umso besser für Ihr Kind!
  • Nur Ranzen, die leicht und rückenfreundlich gepackt sind, entlasten die Wirbelsäule Ihres Kindes!
  • Sprechen Sie mit dem/der Klassenlehrer(in), falls es im Klassenzimmer keine Fächer gibt, in denen Ihr Kind Schulmaterialien lagern kann.
  • Üben Sie mit Ihrem Kind gemeinsam das richtige Packen und Tragen des Ranzens.

 

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung unter 0351 8267 160.

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