Arzneimittelausgaben weiter gestiegen

18.09.2009

Derzeit wachsen die Kosten bei den Arzneimittelausgaben stärker als im jedem anderen Sektor des Gesundheitswesens: 2008 lag der Zuwachs bei 5,3 Prozent, bis Juli 2009 dann bei fünf Prozent. Der Anstieg wirkt damit als "Treibsatz" unter dem Krankenkassenbeitrag von derzeit 14,9 Prozent.

 

Angesichts eines Ausgabenrekords von 29,2 Milliarden Euro für Arzneimittel drohte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt mit einer weiteren Kostenbremse. Wenn nichts geschehe, werde der Gesetzgeber eingreifen müssen, erklärte die SPD-Politikerin am 17. September in Berlin. Grund der stark steigenden Kosten sind vor allem sehr teure Medikamente zum Beispiel gegen Krebs oder Rheuma.

 

Nach dem aktuellen Arzneiverordnungsreport könnten bei Medikamenten im Extremfall bis zu 6,1 Milliarden Euro eingespart werden - falls über gesetzliche Hebel die Preise gesenkt und auch der Zuwachs bei Verschreibungen vor allem der neuen teuren Mittel gebremst würde.

 

Die Krankenkasse AOK wirft den Ärzten vor, zu viele teuere Arzneimittel zu verschreiben. So wären laut Herbert Reichelt, Chef des AOK-Bundesverbandes, im ersten Halbjahr 2009 für 1,8 Milliarden Euro patentgeschützte Arzneimittel verordnet worden, die nicht wirklich besser seien als bewährte Medikamente.

 

Gesundheitsministerin Schmidt griff zudem die Pharmaindustrie an. "Es muss Schluss sein mit der teilweise verantwortungslosen Preispolitik mancher Hersteller, die zu Lasten der Beitragszahler geht", sagte die SPD-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung".

 

Nach Analyse des Arzneiverordnungsreports sind neue, innovative Arzneien in Deutschland teils deutlich teurer als im Ausland. Als Beispiel wird die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs genannt: In Deutschland koste eine Grundimmunisierung 477 Euro, in den USA dagegen nur 247 Euro. Ein Dorn im Auge sind den Experten nach wie vor auch sogenannte Analogpräparate - neue Mittel mit keinem oder geringem Zusatznutzen.

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