Deutschland besitzt weiterhin eines der besten Gesundheitssysteme Europas

09.10.2009

Deutsches Gesundheitssystem bietet laut EUIndex gutes Preis-/Leistungsverhältnis, es mangelt jedoch an Spitzenqualität

Deutschland besitzt weiterhin eines der besten Gesundheitssysteme Europas, was aus dem Europa-Gesundheitskonsumenten-Index 2009 (EHCI) hervorgeht, der am 28. September 2009 in Brüssel veröffentlicht wurde. Bei der jährlichen Studie zu den EU-Gesundheitssystemen belegte Deutschland bei 33 Ländern den 6. Platz mit 787 von möglichen 1000 Punkten und damit denselben wie voriges Jahr. Die Niederlande führen die Rangliste zum zweiten Mal in Folge mit beeindruckenden 863 Punkten an, gefolgt von Dänemark (819), Neueinsteiger Island (811) und Österreich (795).

 

Deutschland erzielt hohe Werte in Kategorien wie kurzen Wartezeiten auf Behandlung sowie Zugang zu Arzneimitteln und ebenso relativ gut bei den Behandlungsergebnissen. E-Health ist ein Bereich mit Schwächen für ein solches Hochtechnologieland. Im Index steht Deutschland hinter der Schweiz, jedoch vor Frankreich. "Deutschland hat vermutlich das Gesundheitssystem mit den wenigsten Beschränkungen und der größten Verbraucherorientierung in Europa, das den Patienten ermöglicht, nahezu jede Art der Behandlung zu verlangen, wenn sie es wünschen", stellt Dr. Arne Björnberg fest, Leiter des Europa-Gesundheitskonsumenten-Indexes. "Und dies zu durchaus durchschnittlichen Kosten in Westeuropa, was auf ein gutes Funktionieren des Systems hinweist." Die deutschen Behandlungsergebnisse stehen im europäischen Vergleich jedoch nicht an der absoluten Spitze, erwähnt Dr. Björnberg: "Dies liegt vermutlich an der hohen Anzahl eher kleinerer allgemeiner Krankenhäuser in Deutschland, die sich nicht spezialisieren."

 

Deutschland konnte seine Position im Vergleich zum Vorjahr halten und erzielte besonders in den Kategorien "Zugang zu Arzneimitteln" und "kurze Wartezeiten auf Behandlung" hohe Punktzahlen. So würden Operationen in nicht akuten Fällen in der Regel innerhalb von 90 Tagen erledigt - was nur in wenigen europäischen Ländern klappt. Auf eine Computer-Tomografie müssen Patienten meist nicht länger als 7 Tage warten.

 

Schwachpunkte sind hingegen, dass Kassen- und Privatpatienten ungleich behandelt werden; auch bei der Zahl der Nieren-Transplantationen und der Mammografie-Rate steht Deutschland im Europavergleich schlechter da. Der Bereich "E-Health", also der Zugang zu Gesundheitsinformationen und Dienstleistungen im Internet, ist im Hochtechnologieland ebenfalls unterentwickelt.

 

Die diesjährige Studie zeigt weiter, dass die Spitzengruppe der europäischen Gesundheitssysteme dazu übergeht, Gesundheitsinformationen und die Wahlfreiheit zu nutzen, um Patienten in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen und somit den Druck für Verbesserungen von unten aufzubauen. Am unteren Ende der Rangliste befinden sich viele Länder, die am alten Gesundheitssystem voller Hierarchien und mangelnder Transparenz festhalten. Diese Schere stellt die EU-Grundsätze der Gleichheit und Solidarität in Frage.

 

Über den Index
Der EHCI ist zu einem Eichmaß für das europäische Gesundheitswesen geworden. Er vergleicht 33 nationale Gesundheitssysteme in Europa anhand von 38 Indikatoren, die sechs entscheidende Bereiche für die Nutzer abdecken: Patientenrechte und Patienteninformation, E-Health, Wartezeiten für eine Behandlung, Behandlungsergebnisse, Umfang und Reichweite der bereitgestellten Dienstleistungen und Zugang zu Arzneimitteln. Der Index wird durch Zusammenstellung von öffentlichen Statistiken, Patientenbefragungen und die Durchführung unabhängiger Studien der Gründer erstellt, der Denkfabrik Health Consumer Powerhouse mit Sitz in Brüssel. Der EHCI 2009 nimmt eine verbraucherbezogene Position ein und nutzt die Unterstützung der Europäischen Kommission - GD Informationsgesellschaft und Medien -, für EHealth, sowie die Unterstützung der schwedischen EU-Präsidentschaft.

 

Weitere Informationen und den erläuternden Bericht finden Sie unter: http://www.healthpowerhouse.com/index.php?option=com_content&view=article&id=55&Itemid=54

Seitenfunktionen

Partner

Mein Konto

Schnelleinstieg

Fort- und Weiterbildungskurse für Ärzte