Krankenhaus-Report 2010: Kliniken haben Chancen genutzt

02.12.2009

Pressemitteilung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK

 

"Krankenhausversorgung in der Krise?", so lautet das Schwerpunktthema des Krankenhaus-Reports 2010, den das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) am 1. Dezember vorgestellt hat. Dabei geht es um eine umfassende Analyse der Marktentwicklung seit Einführung des neuen fallpauschalierten Vergütungssystems nach Diagnosis Related Groups (DRGs) im Jahr 2003. "Die Analysen zeigen, dass die Chancen von den Krankenhäusern überwiegend genutzt und die Herausforderungen bewältigt wurden", sagte Jürgen Klauber, Geschäftsführer des WIdO. "Sie zeigen aber auch, dass weiterhin Effizienzreserven in Milliardenhöhe bestehen. Politischer Handlungsbedarf besteht darüber hinaus insbesondere bei der Sicherstellung der Investitionsfinanzierung."

 

Der Krankenhaus-Report 2010 zeigt: Die DRG-Einführung hat nicht nur die Markttransparenz erhöht, sondern auch dazu beigetragen, dass die Krankenhäuser Kapazitäten abgebaut und die Produktivität gesteigert haben. So ist die Zahl der Betten von 2003 bis 2008 um 7,1 Prozent zurückgegangen, die Verweildauer parallel um 8,3 Prozent gesunken. Gleichzeitig erhöhte sich die Fallzahl um 1,3 Prozent.

 

Das Vorgehen im Rahmen des eingeführten Fallpauschalsystems, gleiche Leistung zunehmend gleich zu vergüten, zeigt Wirkung. Auf der einen Seite haben insbesondere private Klinikketten ihre Gewinne in den vergangenen Jahren ausgebaut. Auf der anderen Seite finden sich aber auch Krankenhäuser, die mit Verlust arbeiten. Krankenhäuser reagieren darauf im Regelfall erfolgreich mit Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung, wie der Optimierung von Betriebsabläufen. Daher sind faktische Insolvenzen und Schließungen - anders als Fusionen - die absolute Ausnahme. Insgesamt zeige sich, dass die wettbewerblichen Herausforderungen des eingeführten Preissystems im Markt im Regelfall gut bewältigt wurden.

 

Weitere Effizienzreserven vorhanden

 

Nach wie vor fänden sich aber immer noch überdurchschnittliche Kapazitäten in der stationären Versorgung. Im internationalen Vergleich liege Deutschland mit 5,7 Betten je 1.000 Einwohnern auf dem dritten Rang im OECD-Vergleich hinter Japan und Österreich. Am Status quo orientierte Effizienzanalysen verweisen darauf, dass gegenwärtig von weiteren zwei bis vier Milliarden Euro Effizienzreserven auszugehen sei, die durch Rationalisierungsprozesse mobilisiert werden könnten. Weitere Effekte ließen sich realisieren, wenn die bestehende sektorale Trennung der Krankenversorgung weiter gelockert und Möglichkeiten für Selektivverträge geschaffen würden, betonen die Autoren des Krankenhaus-Reports 2010.

 

Es ist kein Novum, dass die Länder ihren Verpflichtungen im Rahmen der Investitionsfinanzierung nicht ausreichend nachkommen. So sanken die Investitionsfördermittel von 10,2 Prozent der Gesamtausgaben der GKV und PKV für Krankenhausbehandlung im Jahr 1991 auf 4,7 Prozent für das Jahr 2007. Laut vorliegenden Expertisen wird jedoch eine Investitionsquote von rund zehn Prozent als erforderlich angesehen. Wie die Autoren im Krankenhaus-Report darlegen, werden weitergehende Investitionen zum Teil aus Betriebsmitteln über die Krankenkassen finanziert. Unterlassene, aber notwendige Investitionen gehen zu Lasten einer möglichen Produktivitätssteigerung. Die Autoren sehen für eine nachhaltige Entwicklung Krankenhaussektors deshalb den dringenden Bedarf, die Investitionsfinanzierung klarzustellen.

 

Weitere Informationen zum Krankenhausreport finden Sie hier:

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