Dimensionen der Sprache in medizinischen Grenzsituationen

24.03.2010

Gesprächskreis Ethik in der Medizin der Sächsischen Landesärztekammer

 

Sprachphilosophische, anthropologische und ethische Sinnhorizonte von Grenzsituationen des menschlichen Lebens zu erschließen, diese in konkreten Situationen und anhand von Fallbeispielen aus der Praxis bewusst zu machen und konkret zu reflektieren, ist ein besonderes Anliegen einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 20. April 2010 in der Sächsischen Landesärztekammer mit Prof. Dr. med. Dietrich von Engelhardt, kommissarischer Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der TU München.

 

Grenzsituationen des menschlichen Lebens stellen für Sprache und Sinnfindung des Menschen eine besondere Herausforderung dar. Der zunehmende Einfluss der Naturwissenschaften auf die Medizin insgesamt haben zu einer eigentümlichen Sprachlosigkeit und "Anonymisierung" in der Beziehung zwischen Arzt und Patient geführt, sowie eine Verengung des ärztlichen Blicks auf die physiologischen Aspekte der Krankheit und des Leidens begünstigt. Sprache sollte aber einen Beitrag zum "Verstehen" leisten, d. h. im Dialog mit dem Patienten das ganze Subjekt, seine Lage und sein Umfeld einbeziehen, nicht zuletzt, um diagnostische oder therapeutische Maßnahmen und die damit verbundenen Risiken und Chancen besser vermitteln zu können. Prototypisch für diesen Anspruch war und ist das klassische Aufklärungsgespräch über die "Wahrheit am Krankenbett".

 

Im Zusammenhang mit dem Aufkommen der Medizin- und Bioethik in den vergangenen Jahrzehnten hat sich auch mehr und mehr gezeigt, wie sehr ethische Probleme in der medizinischen Praxis das Ergebnis mangelnder oder misslungener Kommunikation sind, und zwar nicht nur der Kommunikation zwischen Arzt und Patient, sondern auch der Ärzte und der verschiedenen Berufsgruppen untereinander, insbesondere auch zwischen Ärzten und Pflegenden. Klinische Ethik, Ethikberatung, Ethikkomitees, ethische Fallbesprechung sowie Organisationsethik setzen bei diesem Problem an.

 

Dienstag, 20. April 2010
18.30 Uhr
Plenarsaal der
Sächsischen Landesärztekammer
Schützenhöhe 16, 01099 Dresden

FZ 2

 

Rückfragen zu dieser Veranstaltung richten Sie bitte an Herrn Knut Köhler M.A., Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 0351 8267 160, E-Mail: presse@slaek.de.

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