Kliniken befürchten Verschärfung des Ärztemangels - 2019 könnten 37.000 Ärzte fehlen

30.09.2010

5.500 Arztstellen in deutschen Krankenhäusern können schon heute nicht besetzt werden. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI). Das Gutachten "Ärztemangel im Krankenhaus - Ausmaß, Ursachen, Gegenmaßnahmen" prognostiziert, dass bis zum Jahr 2019 sogar fast 37.000 Ärzte fehlen werden - die meisten davon in den Kliniken. Der Hauptgrund dafür sei die demografische Entwicklung. Der Ärztemangel wäre damit längst nicht mehr regional begrenzt, sondern eine flächendeckende Erscheinung. Besonders von offenen Arztstellen betroffen sind die Psychiatrie, die Innere Medizin und die Chirurgie.

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Daher müssten die Krankenhäuser aktiv werden, um dem Ärztemangel entgegenzuwirken. Als wichtigste Maßnahmen nennt das Gutachten eine besser strukturierte und mitarbeiterorientierte fachärztliche Weiterbildung sowie eine nachhaltige Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Letztere sei vor allem vor dem Hintergrund der Feminisierung der Medizin notwendig und könnte zukünftig ein entscheidender Standortvorteil für Krankenhäuser sein.

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Das Gutachten nennt zudem einige politische und betriebliche Handlungsempfehlungen. Dazu gehören der Abbau von Versorgungsgrenzen zwischen dem ambulanten und stationären Sektor und eine effizientere Ressourcenverteilung, die Erhöhung der Studienkapazitäten im Fach Humanmedizin, ein verändertes Auswahlverfahren zur Senkung der Studienabbrecherquote, der Abbau der Bürokratiebelastung sowie die Neuordnung von Aufgaben des ärztlichen Dienstes.

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