Hartmannbund kritisiert „Heilkunde durch die Hintertür”

01.11.2010

In aller Entschiedenheit hat der Hartmannbund seine Ablehnung einer Öffnung originär fachärztlicher Tätigkeiten für nichtärztliche Berufe bekräftigt. Hintergrund dieser Ablehnung sind hartnäckige Bestrebungen des Zentralverbandes der Augenoptiker, das Berufsbild des Augenoptikers in Richtung Optometrist zu erweitern und die Prüfung des Augenhintergrundes mithilfe der Ophtalmoskopie, die Inspektion des vorderen Augenabschnittes und Erste-Hilfe-Maßnahmen am Auge in die Ausbildungsordnung für Optometristen zu implementieren. In Sachsen liegt bereits eine entsprechende Genehmigung des Wirtschaftsministeriums vor. Auch wird mit völligem Unverständnis registriert, dass sich ein fachfremdes Ministerium, ohne Abstimmung und Zustimmung mit dem Fachressort im Gesundheitsministerium, um gesundheitliche Dinge kümmert, von denen es keinerlei Sachkenntnis hat.

 

"Leistungen dieser Art stellen, auch wenn hier bewusst auf das Wort "Untersuchung" verzichtet wird, eindeutig heilkundliche Tätigkeiten dar, womit bei einer entsprechenden Genehmigung ein klarer Verstoß gegen das Heilpraktikergesetz gegeben ist", erklärte Dr. Thomas Lipp. Nur ein Arzt könne die Tragweite bestimmter Veränderungen einschätzen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Die in Sachsen offenbar im Sinne einer Substitution angestrebten Regelungen stellten eine Gefährdung der Gesundheit der Patienten dar, da unter Umständen ein frühzeitiges Erkennen ernsthafter Krankheiten verzögert würde. Lipp: "Der bestehende und sich erkennbar verschärfende Ärztemangel, auch im fachärztlichen Bereich, darf nicht dazu führen, dass Abstriche an der Qualifikation der Behandelnden gemacht werden."

 

Aus den gleichen Gründen hatte sich die Kammerversammlung der Sächsischen Landesärztekammer im Juni an die zuständigen Ministerien gewandt, um eine Klärung des Sachverhaltes herbeizuführen. Eine Antwort steht bis heute aus.

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