14. November 2010: Weltdiabetestag - 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig

12.11.2010

Dresden 12.11.2010 - Die Fettleibigkeit hat in den entwickelten Industriestaaten epidemische Ausmaße angenommen. Schon jetzt ist gut die Hälfte der Deutschen übergewichtig, jeder fünfte Bundesbürger gilt sogar als stark übergewichtig (adipös). "Übergewicht und Adipositas steigen nach wie vor an. International liegt Deutschland dabei durchaus in der Spitzengruppe", sagte Prof. Dr. Jan Schulze, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer anlässlich des Weltdiabetestages am 14. November 2010. Zu erklären sei diese Entwicklung mit dem Lebensstil, dem Bewegungsmangel in Beruf und Freizeit sowie einer Über- und Fehlernährung. Die durch Adipositas hervorgerufenen Kosten lägen bei sechs Prozent aller Krankheitskosten und betragen etwa 15 bis 20 Milliarden Euro pro Jahr, so Prof. Schulze.

 

Experten zufolge sind derzeit etwa 1,3 Milliarden Menschen auf der Welt von Übergewicht und Adipositas betroffen. "Das Mortalitätsrisiko bei diesen Patienten steigt im Durchschnitt auf das zwei- bis dreifache der Normalbevölkerung. Die Lebenserwartung vermindert sich dadurch für übergewichtige Männer um bis zu acht Jahre, für übergewichtige Frauen um bis zu sechs Jahre."

 

Beängstigend sind auch die rapide Gewichtszunahme von Kindern und Jugendlichen und die daraus resultierende frühe Entwicklung von gefährdenden Begleit- und Folgekrankheiten. Laut aktuellem Bundesgesundheitssurvey sind 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig - ein Anstieg von 50 Prozent im Vergleich zum Anfang der 1990er Jahre. Die Zahl der adipösen Kinder und Jugendlichen hat sich sogar im selben Zeitraum auf 6,3 Prozent verdoppelt. "Adipositas im Kindes- und Jugendalter geht mit einer erheblichen geminderten Lebensqualität einher. Dazu gehören ein gestörtes Selbstbild, vermindertes Selbstvertrauen und soziale Diskriminierung". Etwa 30 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen hätten eine Fettlebererkrankung als Folge ihres Übergewichts entwickelt, ebenfalls 30 Prozent litten am Metabolischen Syndrom. Bei 25 Prozent lägen orthopädische Folgeerkrankungen vor und ein Prozent leide bereits an einem so genannten Altersdiabetes.

 

Adipositas im Kindes- und Jugendalter sei für herkömmliche Maßnahmen weitgehend therapieresistent. Dieser Bereich stelle daher eine klassische Aufgabe für die Präventivmedizin dar. Eine wirksame Prävention kann von einzelnen Personen oder Gruppen im Gesundheitssystem jedoch nicht allein erbracht werden. Sie ist vielmehr eine vorrangig familienpolitische Aufgabe des Staates.

 

Adipositas führt zu einer großen Zahl an Folgeerkrankungen. Dazu gehören Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Hypertonie und Herzerkrankungen, die zusammen unter dem Begriff Metabolisches Syndrom subsumiert werden, sowie Schlafapnoe (vorübergehender Atemstillstand während des Schlafes), Arthrosen und psychische Leiden. Adipositas hat somit ähnlich schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Tabak- oder Alkoholmissbrauch.

 

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung unter 0351 8267 160.

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