Fachkräfte-Initiative gegen den Ärztemangel

14.12.2010

Dresden: Die von Ursula von der Leyen (CDU) angekündigte Fachkräfte-Initiative zur Erleichterung des Zugangs ausländischer Fachkräften ist nach Ansicht des Präsidenten der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil. Jan Schulze, durchaus geeignet, um ausländische Ärzte für Regionen mit Ärztemangel zu gewinnen. Er weist aber zugleich ausdrücklich darauf hin, dass neben der fachlichen auch eine sprachliche Qualifikation zwingend vorhanden sein muss. "Patient und Arzt müssen sich zuallererst verstehen, sonst ist eine gute medizinische Versorgung gefährdet.", so Prof. Schulze.

 

Die Sprache ist neben der fachlichen Qualifikation das entscheidende Kriterium für eine gute Behandlung der Patienten. Auch der Austausch zwischen den Ärzten ist nur mit einem guten Verständnis der medizinischen Fachbegriffe möglich. Um eine Berufserlaubnis zu erhalten müssen ausländische Ärzte Deutschkenntnisse der Stufe B2 nach dem europäischen Referenzrahmen vorweisen. Daneben empfiehlt die Sächsische Landesärztekammer berufsbegleitende Sprachkurse.

 

In Sachsen arbeiten derzeit rund 1.250 (2003: 607) ausländische Ärzte aus 82 Nationen, davon stammen aus:

Polen: 174
Slowakei: 141
Russland: 104
Tschechien: 116
Österreich: 81
Bulgarien: 72
Ukraine: 71
Rumänien: 53
Griechenland: 29

 

 

 

 

 

 

Hintergrund:
Die Bundesarbeitsministerin will für bestimmte Berufe, darunter Ingenieure und Ärzte, die oft komplizierte Vorrangprüfung für Zuwanderer aussetzten. Dafür lässt sie in ihrem Ministerium eine "Positivliste" mit solchen Mangelberufen erstellen, für die das vereinfachte Verfahren gelten soll. Die Vorrangprüfung gibt bisher zwingend vor, dass ein deutscher dem ausländischen Bewerber vorzuziehen ist. Dafür müssen Firmen, die eine ausländische Fachkraft anstellen wollen, in aller Regel erst von der Arbeitsagentur prüfen lassen, ob nicht doch ein inländischer Arbeitsloser verfügbar ist. Dieses Verfahren ist zumeist sehr zeitaufwendig und schafft für Unternehmen Unsicherheit. Künftig soll ihnen das Verfahren zumindest bei Berufen mit nachgewiesenem Bewerbermangel im Inland erspart bleiben. Die konkrete Anwendung der neuen "Positivliste" soll nach Vorstellung der Bundesarbeitsministerin im Frühjahr 2011 starten.

 

Weitere Informationen unter 0351 8267-160.

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