Immer weniger Medizinstudierende wollen Landarzt werden

15.02.2011

Eine Tätigkeit als Landarzt kommt für die große Mehrheit von Medizinern nicht infrage. Dieses Resultat einer in der Zeitung "Die Welt" am 15. Februar 2011 veröffentlichten Umfrage deckt sich mit den Ergebnissen einer bundesweiten Befragung (Berufsmonitoring) von Medizinstudierenden, die die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Universität Trier im vergangenen Sommer durchgeführt haben. Laut "Welt" konnten nur fünf Prozent der von dem Forschungsinstitut TNS Infratest befragten 300 niedergelassenen und angestellten Ärzte sich vorstellen, auf dem Land tätig zu werden. Bei den 12.500 von der KBV befragten Studierenden waren es 16 Prozent.
 

Bei dem Berufsmonitoring der KBV hatten gerade Gemeinden mit bis zu 5.000 Einwohnern besonders schlecht abgeschnitten: Nur die Hälfte der Studierenden konnte sich vorstellen, dort als Arzt oder Ärztin zu arbeiten. Als attraktivste Standorte stuften die angehenden Mediziner Mittel- und Großstädte von 50.000 bis 500.000 Einwohner ein.
 

"Die Umfragen bestätigen auch den Trend der letzten Jahre in Sachsen, wonach viele junge Ärzte die Anstellung in Großstädten einer eigenen Praxis auf dem Land vorziehen. Deshalb muss die Attraktivität und das Image des wichtigen Berufsbildes "Hausarzt" verbessert werden. Dazu gehört neben Bürokratieabbau, der Befreiung von Regressrisiken und einer angemessenen Vergütung auch eine entsprechende Infrastruktur, die nicht nur für die Ärzte selbst, sondern auch für ihre Partner und Familien Anreize schafft.", so der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Prof. Dr. med. habil.Jan Schulze.
 

Alle Ergebnisse des Berufsmonitorings Medizinstudierende sind hier zu finden:

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